Direkt zum Inhalt

Exoplaneten: TOI-1452 b könnte die erste Wasserwelt sein

Nur 100 Lichtjahre entfernt kreist ein besonderer Exoplanet. Signale deuten an, dass er sehr viel Wasser aufweisen könnte.
Der Exoplanet TOI-1452 könnte zu einem großen Teil aus Wasser bestehen (künstl. Darstellung)
Der Exoplanet TOI-1452 könnte zu einem großen Teil aus Wasser bestehen (künstlerische Darstellung).

Der Exoplanet TOI-1452 b ist etwas größer und schwerer als die Erde – und könnte bis zu knapp einem Drittel aus Wasser bestehen. Sollte sich das bestätigen, wäre der Himmelskörper die erste wirkliche Wasserwelt, die wir im Weltall entdeckt haben. Charles Cadieux von der Université de Montréal und sein Team beschreiben diese Entdeckung im »Astrophysical Journal«. »TOI-1452 b ist einer der besten Kandidaten für einen Ozeanplaneten, den wir bisher gefunden haben«, sagt Cadieux.

TOI-1452 b befindet sich nur 100 Lichtjahre entfernt im Sternbild Drache und umkreist dort einen von zwei kleinen Sternen in einem Doppelsternsystem. Auch wenn die Umlaufzeit des Planeten um seine Sonne nur elf Tage beträgt, befindet er sich in der so genannten habitablen Zone dieses Systems. Das heißt, die Temperaturen befinden sich in einem Bereich, der das Vorhandensein von flüssigem Wasser erlaubt. Der Stern TOI-1452 ist deutlich kleiner als unsere Sonne und ähnlich groß wie sein Sternenpartner im System. Beide umkreisen einander und weisen einen Abstand von nur 97 Astronomischen Einheiten auf. Das entspricht in etwa der zweieinhalbfachen Entfernung zwischen Sonne und Pluto.

Die als Rote Zwerge identifizierten Sterne liegen damit so eng beieinander, dass sie vom TESS-Weltraumteleskop der NASA ursprünglich wie ein einziges Objekt erfasst wurde, dessen Licht alle elf Tage von einem passierenden Exoplaneten abgeschwächt wurde. Ausgehend von diesem Signal vermuteten die Astronomen, dass es sich um ein etwa 70 Prozent größeres Objekt als die Erde handeln müsse. Dank einer speziellen Kamera am Observatoire du Mont-Mégantic konnte es dann weiter untersucht und das Signal weiter aufgeschlüsselt werden. Damit bestätigten die Wissenschaftler, dass es sich tatsächlich um einen Exoplaneten handelte, der wahrscheinlich sehr viel Wasser aufweist. Ein japanisches Team konnte die Beobachtung später ebenfalls bestätigen.

Cadieux und Co vermuten, dass der Planet komplett mit Wasser bedeckt sein könnte – ähnlich wie manche Monde von Saturn oder Jupiter, deren Wasser allerdings zumindest oberflächlich gefroren ist.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte