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Seuchen: Experimentelles Medikament wirkt gegen Ebola

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Zwei mit dem Ebolavirus infizierten US-amerikanischen Patienten geht es nach einer Behandlung mit einem neuen Wirkstoff überraschend deutlich besser, berichtet der Nachrichtensender CNN. Die beiden Erkrankten – ein Arzt und eine Missionarin, die beim Einsatz in Seuchengebiet in Westafrika angesteckt wurden – hatten in den USA das bisher an Menschen noch nie getestete und daher nicht zugelassene experimentelle Antiserum "ZMapp" versuchsweise erhalten, um ihr Leben zu retten. Gegen das Ebolavirus gibt es bisher weder Medikament noch Impfstoff.

Als Notfallmaßnahme und nach einer Sondergenehmigung durch die US-Medizinbehörde FDA verabreichten Mediziner den Patienten nun das noch in einer sehr frühen Testphase befindliche ZMApp. Das Kombinationspräparat enthält nach Angabe der entwickelnden Pharmafirma "Mapp Biopharmaceutical Inc." drei Antikörper, die Mäuse bei Laborinfektionen mit dem Ebola-Virus bilden. Die Antikörper sollen an verschiedenen Phasen des viralen Lebenszyklus ansetzen und so die Verbreitung und Vermehrung des Erregers im Körper verhindern. Das Präparat war bis dato aber nur an Affen getestet worden. Eine unabhängige, umfassende und öffentlich zugängliche Dokumentation oder eine Publikation zu den bisherigen Tierexperimenten und dem Herstellungsprozess steht noch aus, ist in einem so frühen Stadium der Medikamentenentwicklung von kommerziellen Unternehmen aber auch unüblich.

Sollten sich die Erfolge bestätigen, so möchte das Unternehmen rasch größere Mengen an Serum produzieren und versuchen, in Westafrika Ebola-Patienten zu heilen. Eine offizielle Zulassung könnte allerdings erst nach klinischen Tests am Menschen erfolgen, was im Normalfll mehrere Jahre dauern kann.

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