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News: Faire Arbeitsteilung

Wer soll bloß die Hausarbeit erledigen, wenn beide Partner berufstätig sind? Meist bleibt es an der Frau hängen, doch das ist erwiesenermaßen ungerecht. Idealerweise sollte jeder etwas weniger als die Hälfte der Aufgaben übernehmen - 45,8 Prozent davon, um genau zu sein. Den Rest sollten andere Familienmitglieder machen - oder er bleibt einfach ungetan.
Chloe E. Bird von der Brown University bestimmte die optimale Arbeitsteilung mit einer Studie an 1256 Erwachsenen. Dazu stellte sie Beziehungen zwischen den ausgeführten Hausarbeiten und dem selbsteingeschätzten psychischen Befinden der Probanden auf (Journal of Health and Social Behavior vom März 1999).

Wenn jemand sich selbst als reine Hausfrau oder reinen Hausmann betrachtet, ist es nach den Ergebnissen von Bird für diese Person ideal, achtzig Prozent der anfallenden Tätigkeiten auszuführen. Die Angabe ist für Hausmänner jedoch rein hypothetisch, denn keiner der über 600 befragten Männer sah sein eigentliches Betätigungsfeld in der Hausarbeit.

Bei berufstätigen Paaren klafften die Einschätzungen, wer wieviel tut, weit auseinander. Im Durchschnitt gaben die Männer an, 42,3 Prozent der Aufgaben zu übernehmen, wohingegen die Frauen meinten, 68,1 Prozent laste auf ihren Schultern. Der Gegensatz war noch krasser, wenn die Partner verheiratet waren. Mit über 70 Prozent erledigten die Ehefrauen rund doppelt so viel Hausarbeit wie ihre Ehemänner.

Dabei gibt es keine Unterschiede im Grad der Abneigung gegen das Waschen, Scheuern, Kochen usw. Männer und Frauen sind bei gleichen Arbeitsanteilen auch gleich stark gestreßt. Da normalerweise aber die Frau eine ungleich größere Last aufgebürdet bekommt, entwickelt sie vermehrt Ängste und Depressionen.

Eine gerechtere Verteilung der Hausarbeit würde den Frauen deutlich helfen und zugleich die Männer nur wenig mehr belasten. Oder anders ausgedrückt: Wer keine Bedenken hat, einen Teller schmutzig zu machen, sollte sich auch nicht zu fein sein, das Geschirr zu spülen.

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