Vulkane auf Europa: Doch keine Ausbrüche auf dem Jupitermond Europa?

Vor mehr als zwölf Jahren erregten Bilder des Weltraumteleskops Hubble vom Jupitermond Europa Aufmerksamkeit. Auf diesen eher unscharfen und sehr verrauschten Aufnahmen fanden sich Hinweise auf mögliche Fontänen aus Wasserdampf, die aus der Eisoberfläche des Mondes hervorbrachen. Allerdings deuten neuere Untersuchungen eines Forschungsteams um Kurt Retherford vom Southwest Research Institute im texanischen San Antonio darauf hin, dass diese Bilder womöglich überinterpretiert wurden. Das Team wertete nun Hubble-Bilder aus den Jahren 2012 bis 2014 neu aus und kommt zu dem Schluss, dass möglicherweise der Rand der Scheibe von Europa auf den Bildern nicht exakt ermittelt wurde. Dies sei auf den stark verrauschten Bildern, die im Bereich der Lyman-alpha-Linie des Wasserstoffs aufgenommen wurden, recht schwierig.
Möglicherweise sind die Ausstöße von Wasserdampf (markante, hellere Bereiche am unteren Mondrand), die scheinbar von der Oberfläche des Jupitermonds Europa aufsteigen, nur Artefakte der Auswertung dieser Ultraviolettaufnahme des Weltraumteleskops Hubble. Das Bild von Europa wurde aus Daten der Raumsonden Voyager und Galileo zusammengestellt und nachträglich montiert, um den tatsächlichen Mondrand scharf darstellen zu können.
Würde der angenommene Rand der Mondscheibe nur um ein oder zwei Bildpunkte (Pixel) falsch bestimmt, so ergeben sich daraus erhebliche Folgen für die Bildauswertung. Die mutmaßlichen Dampffontänen wären demnach einfach nur Bildrauschen. Auf jeden Fall muss die Zuverlässigkeit der Aussagen von damals deutlich zurückgenommen werden. Sprach die Forschergruppe seinerzeit von einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent, dass die Interpretation als Dampffontänen richtig ist, geht sie nun nur noch von einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 90 Prozent aus.
Endgültig klären dürfte sich die Frage, ob der Jupitermond Europa derzeit vulkanisch aktiv ist, wohl nach der Ankunft der beiden Raumsonden Europa Clipper der NASA im Jahr 2030 und der europäischen JUICE-Mission im Jahr 2031. Beide Sonden werden den kleinsten der Galileischen Monde im Detail erkunden. Europa zeichnet sich durch eine sehr glatte Eisoberfläche sehr großer Helligkeit aus, auf der sich nur sehr wenige Einschlagkrater befinden. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sie aus geologischer Sicht sehr jung sein muss, was auf eine stetige Erneuerung durch vulkanische Aktivität aus dem Mondinneren hindeutet. Unklar ist jedoch, ob Europa derzeit vulkanisch aktiv ist.
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