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Fischerei: Fangquoten lassen Fischpopulationen stärker schwanken

Die als Schutzmaßnahme gedachte Beschränkung der Fischerei auf große Tiere könnte einen gegenteiligen Effekt haben: Der Wegfang der vermehrungsfähigen Fische führt zu gefährlichen Populationsschwankungen, warnen Meeresbiologen aus Großbritannien und den USA.

George Sugihara von der Scripps-Institution in San Diego und seine Kollegen konnten im Rahmen der "California Cooperative Oceanic Fisheries Investigations" den Fischbestand zweier Gebiete im Pazifik mit und ohne Fischfang direkt miteinander vergleichen. Als Datengrundlage für die Polulationsdynamik dienten die Dichten der Fischlarven in einem Zeitraum von fünfzig Jahren.

Erwartungsgemäß lebten in der befischten Region weniger Tiere als in der unbeeinflussten. Allerdings zeigten die befischten Bestände von Jahr zu Jahr starke Populationsschwankungen. Die Forscher vermuten, dass der Wegfang besonders großer Fische die natürlichen Populationsschwankungen verstärkt. Denn dadurch fehlen die vermehrungsfähigen Tiere, die normalerweise den Bestand sichern. Außerdem reagieren die übrigbleibenden Jungfische besonders empfindlich auf Umweltveränderungen wie periodisch auftretende El Niño-Ereignisse, sodass die Populationen zusätzlich geschwächt werden.

Das bisherige Fischerei-Management sollte daher überdacht werden, fordern die Wissenschaftler: Nicht nur Bestandsdichten, sondern auch Altersstrukturen der befischten Bestände müssten berücksichtigt werden, um eine Überfischung zu vermeiden.

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