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Arbeitsmedizin: Fast jeder zehnte Beschäftigte: Ein Workoholic?

Was genau macht Arbeitswut produktiv - und wann ist sie krankhaft? An einer wissenschaftlich nützlichen Definition wird noch gearbeitet.
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Krankhafte Arbeitswut – oder "workoholism" – ist zwar in aller Munde, wissenschaftlich und psychologisch aber nur unzureichend untersucht. Das liegt schon allein daran, dass weder die Symptome noch die gesundheitlichen Folgen oder ein besonders gefährdeter Personenkreis genau definiert und abgegrenzt sind. Die Arbeitsmedizinerin und Psychologin Schou Andreassen wollte dem nun abhelfen und hat die bis dato umfangreichste Studie zum Thema vorgelegt. Dabei erfasste sie mit ihrem Team 2160 zufällig ausgewählte Arbeiter und Angestellte unterschiedlichsten Alters und Geschlechts aus einer öffentlichen Datenbank in Norwegen und befragte sie zu verschiedenen Kriterien.

Der Auswertung zufolge müssten mehr als acht Prozent aller Menschen in Arbeit als Worcolholics gelten – zumindest in Norwegen. Das Ergebnis könnte aber gut auch repräsentativ für vergleichbare Länder sein, glauben die Forscher. Als "workoholics" müssten demnach Personen gelten, die mindestens vier von sieben der aufgestellten und abgefragten Kriterien erfüllen. Dazu zählt zum Beispiel die Auskunft, oft zu arbeiten, um Depressionen oder Angstzuständen zu entfliehen oder gestresst zu sein, wenn man nicht arbeiten dürfe; aber auch die Aussage, gesundheitlich unter der Belastung zu leiden und von Dritten darauf angesprochen zu werden, dass der Stress sich negativ auszuwirken scheine.

Offenbar trifft "workoholism" verschiedene Alterschichten und beide Geschlechter unabhängig vom Grad der Ausbildung gleichermaßen. Je nach Persönlichkeitsprofil seien Menschen aber wohl unterschiedlich gefährdet. Erwartungsgemäß sind Menschen mit stark ausgeprägter Verträglichkeit , hohen Offenheitswerten und ausgeprägtem Neurotizismus besonders anfällig, zum workoholic zu werden.

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