Direkt zum Inhalt

Atmosphärenchemie: FCKW-Ersatz versauerte Regen

ErdatmosphäreLaden...
Organische Säuren wie Essigsäure oder Oxalsäure sind in der Atmosphäre an der Bildung von schädlichen Aerosolen und saurem Regen beteiligt. Doch nach wie vor ist der Ursprung dieser Verbindungen in der Lufthülle teilweise ungeklärt. Chemiker haben jetzt eine mögliche Quelle identifiziert. Demnach entstehen die schädlichen Moleküle aus vermeintlich umweltfreundlichen Ersatzstoffen für die ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).

Seitdem klar ist, dass FCKW für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich sind, werden diese Chemikalien überall auf der Welt durch vermeintlich weniger problematische Stoffe ersetzt. Dazu gehören die als Übergangslösung zugelassenen Hydrochlorfluorkohlenstoffe (HCFC), die chemisch mit den FCKW verwandt sind und ähnlich günstige Eigenschaften haben, die Ozonschicht aber weniger angreifen.

Dafür beeinflussen sie die Atmosphärenchemie in anderer Weise negativ, wie Forscher um Jeffrey Gaffney von der University of Arkansas herausfanden. Die Chemiker berechneten am Computer die möglichen Reaktionen der HCFC in der Atmosphäre. Da diese Verbindungen weniger stabil sind als FCKW, werden sie zuerst zu sauerstoffhaltigen Zwischenprodukten oxidiert. Ihr weiteres Schicksal ist jedoch unerwartet. Statt von den aggressiven Sauerstoffradikalen der Atmosphäre zu Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid zersetzt zu werden, lagern sich nach den Berechnungen die permanent in geringer Konzentration in der Atmosphäre vorhandenen Hydroxylradikale an diese Zwischenprodukte an, wobei die freien Karbonsäuren entstehen.

Zwar ist der weltweite Ausstieg aus der Produktion von HCFC seit 2007 beschlossene Sache, doch bis 2020 dürfen die Substanzen noch in der Technik und Produktion zum Einsatz kommen, in einigen Entwicklungsländern sogar bis 2030. Die beteiligten Wissenschaftler hoffen allerdings, dass die Lektion schon jetzt gelernt wird Atmosphärenchemie FCKW-Ersatz versauerte Regen Organische Säuren wie Essigsäure oder Oxalsäure sind in der Atmosphäre an der Bildung von schädlichen Aerosolen und saurem Regen beteiligt. Doch nach wie vor ist der Ursprung dieser Verbindungen in der Lufthülle teilweise ungeklärt. Chemiker haben jetzt eine mögliche Quelle identifiziert. Demnach entstehen die schädlichen Moleküle aus vermeintlich umweltfreundlichen Ersatzstoffen für die ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).Seitdem klar ist, dass FCKW für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich sind, werden diese Chemikalien überall auf der Welt durch vermeintlich weniger problematische Stoffe ersetzt. Dazu gehören die als Übergangslösung zugelassenen Hydrochlorfluorkohlenstoffe (HCFC), die chemisch mit den FCKW verwandt sind und ähnlich günstige Eigenschaften haben, die Ozonschicht aber weniger angreifen.Dafür beeinflussen sie die Atmosphärenchemie in anderer Weise negativ, wie Forscher um Jeffrey Gaffney von der University of Arkansas herausfanden. Die Chemiker berechneten am Computer die möglichen Reaktionen der HCFC in der Atmosphäre. Da diese Verbindungen weniger stabil sind als FCKW, werden sie zuerst zu sauerstoffhaltigen Zwischenprodukten oxidiert. Ihr weiteres Schicksal ist jedoch unerwartet. Statt von den aggressiven Sauerstoffradikalen der Atmosphäre zu Kohlendioxid oder Kohlenmonoxid zersetzt zu werden, lagern sich nach den Berechnungen die permanent in geringer Konzentration in der Atmosphäre vorhandenen Hydroxylradikale an diese Zwischenprodukte an, wobei die freien Carbonsäuren entstehen.Zwar ist der weltweite Ausstieg aus der Produktion von HCFC seit 2007 beschlossene Sache, doch bis 2020 dürfen die Substanzen noch in der Technik und Produktion zum Einsatz kommen, in einigen Entwicklungsländern sogar bis 2030. Die beteiligten Wissenschaftler hoffen allerdings, dass die Lektion schon jetzt gelernt wird – und die nächsten Ersatzstoffe sorgfältiger geprüft werden, bevor die Industrie Milliarden in ihre Vermarktung investiert. (lf)
9. KW 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 9. KW 2010

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Partnervideos