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Luftverschmutzung: Feinstaub fördert Blutgerinnung

Feinstaub aus Dieselabgasen erhöht das Risiko, Gefäßverstopfungen zu erleiden – die Ursache für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Zu dem Ergebnis kommen zwei Forschergruppen um David Newby von der Universität Edinburgh [1] und Gökhan Mutlu von der Northwestern University in Chicago [2]. Demnach ist es besonders für Personen mit Herzproblemen gefährlich, in Gebieten mit hoher Feinstaubbelastung Sport zu treiben.

Die schottischen Forscher ließen zwanzig herzkranke Männer auf Fahrrad-Heimtrainern strampeln, von denen die eine Hälfte in einer Abgaswolke eines Diesel-Traktors stand, die andere in sauberer Luft. Die Probanden, die während der Anstrengung die Abgase einatmeten, waren besonders schnell erschöpft. Messungen zeigten, dass ihr Herz weniger durchblutet und die Konzentration des Eiweißes tPA, das vor Blutgerinnseln schützt, erniedrigt war. Nach dem Experiment normalisierte sich ihr Zustand wieder.

Diese Studie unterstützt die häufig beobachtete Korrelation zwischen Herzproblemen und schlechter Stadtluft. Der Schutz vor Blutgerinnung sei eingeschränkt, sobald man Diesel-Abgasen ausgesetzt sei, so Newby. Blutgerinnsel könnten sich damit schneller ausbilden und Herzinfarkte hervorrufen.

Einen möglichen Auslöser für die Blutverklumpung fanden die Wissenschaftler aus Chicago bei Mäusen: Eliminierten sie Makrophagen, Immunzellen, die in der Mäuselunge Rußpartikel vernichten, hatten die Tieren bei Feinstaubbelastung keine Gerinnungsprobleme mehr. Offensichtlich ruft eine Immunantwort auf Ruß Entzündungsreaktionen hervor, die das Blut zum Klumpen bringt. (as)
22.09.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 22.09.2007

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