Direkt zum Inhalt

Lärmschutz: Fensterglas als Lärmschutz

Lärmschutzfenster im Test | Studenten vermessen das Schwingverhalten des Rahmens eines Lärmschutzfensters. Die Innenwände des Raumes sind mit einem Schallschutz verkleidet, so dass keine Geräusche reflektiert werden.
Deutsche Forscher haben ein Fenster entwickelt, das lärmdämmend wirkt. Hierzu nutzen sie den so genannten Piezo-Effekt, der bestimmte Materialien dazu bringt, bei elektrischer Spannung ihre Form zu verändern.

Trifft der Schall von Tieffliegern oder Discobässe auf eine die Fenster einer Hausfassade, so werden diese in in Schwingung versetzt und übertragen die Außengeräusche ins Gebäudeinnere. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit in Darmstadt sowie Kollegen der Technischen Universität Darmstadt haben nun eine Möglichkeit gefunden, diese Weiterleitung zu unterbrechen.

Die Forscher verbanden einen kleinen Bewegungssensor mit einem Piezoplättchen, das auf der Fensterscheibe sitzt. Registriert der Sensor Schwingungen, sendet er ein elektrisches Signal, auf welches das Plättchen mit einer mechanischen Spannung reagiert. Auf diese Weise gerät die Glasscheibe in eine Gegenbewegung, die Lärmschwingungen werden ausgeglichen. Eine Vielzahl solcher Plättchen gleichen auch die Schwingungen der Fensterrahmen aus.

Dank der neuen Technik soll sich die Übertragung von Lärm im Frequenzbereich von 50 bis 1000 Hertz um durchschnittlich sechs Dezibel verringern. Nach Angaben der Forscher sei der Ton dann nur noch halb so laut wie bei üblichen Fensterscheiben. Das Motorengeräusch von Flugzeugen soll sich gar um bis zu zehn Dezibel verringern. Die lärmschluckenden Fenster sollen in etwa vier Jahren in den Handel kommen. (tak)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte