Direkt zum Inhalt

News: Fettsäuren bremsen Hunger

Fettsäuren müssen nicht immer dick machen, sondern können das Gegenteil bewirken – je nachdem, wo sie sich befinden. Zu dieser Erkenntnis gelangten Forscher um den Diabetes-Experten Luciano Rossetti vom New Yorker Einstein College of Medicine, als sie die Bedeutung des Gehirnsstoffwechsels für die Kontrolle von Appetit und Körpergewicht untersuchten.

Im vergangenen Jahr konnten Rosseti und Kollegen bereits zeigen, wie der Hypothalamus als Wächter und Regulator den Glukosespiegel steuert. Nun ist ihnen gelungen, die Funktion des Hypothalamus bei der Kontrolle von Fettsäuren und der Regulation des Hungergefühls näher zu beleuchten.

Die besondere Aufmerksamkeit der Forscher galt dem Molekül Malonyl-CoA. Das Enzym, dessen Menge nach den Mahlzeiten ansteigt und beim Fasten sinkt, hemmt den Abbau von Fettsäuren zur Energiegewinnung. Nun benutzten die Forscher Viren als Verhikel für ein Enzym, das Malonyl-CoA unterdrückt, und injizierten diese in den Hypothalamus von Versuchsratten. Erwartungsgemäß sank, wegen des ungebremsten Abbaus, der Pegel von Fettsäuren deutlich ab. In der Folge aktivierte das Appetitregelzentrale der Tiere einen ausgeprägten Fresstrieb und legten sich dicke Fettpolster für mindestens vier Monate zu.

Jetzt hoffen die Forscher aus diesen Erkenntnissen, neue Ansätze für die Therapie von Übergewicht oder Fettsucht auch beim Menschen entwickeln zu können. Möglicherweise lässt sich über den Fettsäurepegels im Gehirn auch der Zeiger an der Waage kontrollieren.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte