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Meteoriten: Feuerball über Kanada lieferte bis jetzt drei Meteoriten

Der Feuerball vom 25. September 2009 über OntarioLaden...
Am 25. September 2009 wurde über der kanadischen Provinz Ontario ein heller Feuerball beobachtet. Kurzzeitig leuchtete der um 21:03 Uhr Ortszeit (3:03 Uhr MESZ) niedergehende Bolide mit der 100-fachen Helligkeit des Vollmonds. Die Fallrichtung führte zum westlichen Ende des großen Ontario-Sees.

Forscher der University of Western Ontario betreiben in der Provinz Ontario ein Meteorüberwachungsnetzwerk mit mehreren Weitwinkelkameras, die jeweils den ganzen Himmel abbilden. Ein ähnliches Netzwerk existiert auch in Deutschland, es ist das Feuerkugelnetzwerk des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (siehe Weblinks).

Insgesamt sieben Kameras des Netzwerks in Ontario registrierten den Feuerball, so dass die Forscher die genaue Bahn des Boliden durch die Atmosphäre und die mögliche Fundzone berechnen konnten. Sofort nach dem Fall machten sie sich auf die Suche, zunächst aber ohne Erfolg.

Im vorhergesagten Fundgebiet im Ort West Grimsby hatte sich der Einwohner Tony Garchinsky am 25. September gegen 21 Uhr Ortszeit über einen lauten Knall gewundert, aber sich nichts weiter dabei gedacht. Erst am nächsten Morgen machte er eine unschöne Entdeckung: Die Windschutzscheibe des Autos seiner Mutter wies einen großen Riss auf und auf der Motorhaube lagen seltsame schwarze Steine. Er dachte dabei an Vandalismus und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Etwa zwei Wochen später hörte seine Mutter Yvonne Garchinski in Medienberichten davon, dass Forscher der University of Western Ontario in ihrer Stadt auf der Suche nach Meteoriten waren. Schnell erkannten sie, wer der Täter bei der Sachbeschädigung ihres Fahrzeugs war und benachrichtigten die Wissenschaftler.

Diese stellten rasch fest, dass die dunklen Brocken Teile eines 46 Gramm schweren Meteoriten waren, der zur Klasse der "gewöhnlichen Chondriten" gehört. Dies sind Gesteine, in denen in einer feinkörnigen Matrix rundliche Körner, die Chondren (nach griechisch chondros = Korn) eingeschlossen sind, die sich seit rund 4,5 Milliarden Jahren nicht mehr verändert haben. Der Meteorit stammte ursprünglich aus dem Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Die Forscher der University of Western Ontario sind nun dabei, die Bahn des Meteoriten durch das Sonnensystem aus den Bildern ihrer Meteorkameras zu rekonstruieren.

Durch die Erfolgsmeldung ermutigt, machten sich nun weitere Einwohner und professionelle Meteoritensucher in West Grimsby auf die Suche und konnten bislang zwei weitere Meteoritenbruchstücke aufspüren. In Kanada gehört ein Meteorit übrigens dem Landbesitzer, auf dessen Grundstück der Meteorit gefunden wurde.

Tilmann Althaus

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