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Soziale Netzwerke: Filterblasen sind auf Twitter selten

Nutzer sozialer Medien teilen nicht nur, was ihre eigene Meinung bestätigt. Die so genannten Filterblasen beschränken sich auf politische Streitthemen.
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In sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Instagram tauschen sich Menschen vor allem mit ihresgleichen aus, heißt es oft. Dies ist ein als Filterblase bezeichnetes Phänomen, das nach Ansicht einiger Fachleute dazu führt, dass sich die Menschen im Internet von anderen Ansichten abschotten. Nun zeigt allerdings eine neue Studie, dass dieses schlichte Modell die Wirklichkeit nur in Sonderfällen gut beschreibt. Wie eine Arbeitsgruppe um Pablo Barberá von der New York University in einer Untersuchung feststellte, gibt es auf der Plattform Twitter sehr wohl bei den meisten Themen einen regen Austausch über ideologische Grenzen hinweg. Ausnahmen sind lediglich Diskussionen, bei denen es klare politische Lagergrenzen gibt.

Barberá und seine Kollegen untersuchten die Aktivität von etwa 3,8 Millionen Twitterkonten von US-Bürgerinnen und -Bürgern – insgesamt etwa 150 Millionen einzelne Statusmeldungen. Ihre politische Ausrichtung ermittelte das Forscherteam anhand ihrer Vernetzung zu Akteuren mit bekannter politischer Ausrichtung. Eine so genannte Filterblase zeigte sich lediglich bei stark polarisierten politischen Themen, bei denen sich die beiden großen US-Parteien direkt gegenüberstanden. Bei anderen Themen wie Sportereignissen, aber auch Anschlägen wie 2013 beim Boston Marathon sahen die Forscher dagegen einen intensiven Austausch über ideologische Grenzen hinweg – eine nationale Konversation, wie sie es nannten. Welche Rolle die Polarisierung mit lediglich zwei Parteien für den Filterblaseneffekt bei politischen Themen spielt, ist unklar. Möglicherweise sieht es in Ländern mit mehreren Parteien und weniger klaren Lagergrenzen noch einmal anders aus.

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