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Miniaturisierung: Fingernagelgroße Zentrifuge für Blutplasma

Eine Zentrifuge im Miniformat zur Trennung von Blutplasma und Blutkörperchen haben Wissenschaftler um Leslie Yeo von der Monash-Universität aus dem australischen Clayton entwickelt. Mit einer Elektrode bliesen sie dazu einen schwachen Ionenwind so über eine Flüssigkeit, dass diese strudelförmig zu rotieren begann. Wie die Blätter beim Umrühren von Tee in einer Tasse, sammelten sich daraufhin die roten Blutkörperchen in der Mitte der zylinderförmigen Kammer, während das Plasma zum Rand verdrängt wurde. In rund sieben Minuten trennten Yeo und seine Kollegen so das Blut in einer Kammer von acht Millimetern Durchmesser auf.

Kernstück ihrer Zentrifuge ist die nadelförmige, schräggestellte Elektrode. Unter Spannung ionisiert sie die Luft in der Umgebung ihrer Spitze und stößt dabei entgegengesetzt geladene Luftpartikel ab. Zusammen mit mitgerissenen nichtionisierten Teilchen entsteht dann ein so genannter Ionenwind.

Hintergrund der Entwicklung sind Versuche, Blutproben in kreditkartengroßen "Laboren" automatisiert zu analysieren. Alle bisherigen Ansätze, dabei auch das Plasma selbst auf dem Chip zu gewinnen, bauten auf fehleranfälligen beweglichen Teilen oder Membranen auf. Bei Yeos Methode muss lediglich die Elektrode mit Strom versorgt werden. Die Forscher schätzen, dass ihre Zentrifuge in fünf bis zehn Jahren zur Anwendungsreife gelangen könnte. (jd)
18.01.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 18.01.2007

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