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Buckelwale: Fische fangen mit Hinterlist

Wenn Seevögel einen Fischschwarm angreifen, bricht bei den Tieren Panik aus. Wie gut ist es da, dass ein Buckelwal mit seinem Maul Schutz bietet …
Buckelwal-Mutter mit Kalb

Buckelwale nutzen diverse Techniken, um sich Fische in ausreichender Menge einzuverleiben. Manche Tiere etwa reißen das Maul so schnell auf, dass sie Teile eines Fischschwarms regelrecht einsaugen. Andere erzeugen mit Hilfe ihrer Atemluft einen Blasenvorhang, um ihre Beute am Entkommen zu hindern. Auf eine bislang unbekannte Technik sind nun Forscher vor der Küste von Vancouver Island in Kanada gestoßen.

Die Wale scheinen den Fischen dabei eine Art Falle zu stellen: Mit weit geöffnetem Maul schwimmen sie senkrecht und ohne weitere Regungen an der Wasseroberfläche, während um sie herum Seevögel und Raubfische Jagd auf den Schwarm machen. Das ruhige Wasser im Schutz der mächtigen Kiefer erscheint den kleinen Fischen offenbar als sichere Zuflucht – zumindest so lange bis der Wal sein Maul zuklappen lässt und die Fische verschluckt.

© Science Magazine
Fallen stellende Buckelwale
Videomaterial von Marine Education & Research Society; Marine Mammal Research License MML-42; Bildmaterial von Jackie Hildering; Marine Education & Research Society; Marine Mammal Research License MML-42

Wie das Forscherteam um Christie McMillan von der kanadischen Marine Education and Research Society in Port McNeill schreibt, geleiteten manche Wale zusätzlich durch vorsichtiges Wedeln mit ihren Vordergliedmaßen zögerliche Fische in den geöffneten Schlund.

Ihre Ergebnisse publizierten sie jetzt im Fachmagazin »Marine Mammal Science«. Wie sie darin erläutern, beobachteten sie dieses spezielle Jagdverhalten erstmals im Jahr 2011. Zwei Tiere hätten es damals eingesetzt. 2015 seien es dann allerdings schon 16 Tiere gewesen. Offenbar hatten sich andere Buckelwale, die durch diese Gewässer kamen, den Trick abgeschaut. Dass die Tiere ihre Jagdstrategien an Artgenossen weitergeben und so regelrechte Kulturen mit ähnlichem Verhaltensrepertoire bilden, ist schon länger bekannt.

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