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Paläontologie: Flechtenartige Lebensgemeinschaften schon im Präkambrium?

Wissenschaftler um Shuhai Xiao vom Institut für Geologie und Paläontologie in Nanking haben in knapp 600 Millionen Jahre alten Meeressedimenten im Süden Chinas Spuren entdeckt, die auf eine enge Lebensgemeinschaften von Cyanobakterien oder Grünalgen mit Pilzen hindeuten. Damit wäre der Ursprung der Flechten um 200 Millionen Jahre älter, als bislang an Funden aus Schottland belegt.

Doushantuo-Formation | In den Sedimenten der Doushantuo-Formation im Süden Chinas entdeckten Forscher kugelförmige Zellen, die von feinen Filamenten umgeben waren. Sie deuten die Spuren als Hinweis auf eine flechtenartige Lebensgemeinschaft.
Die Forscher fanden kugelige Zellen von weniger als einem Millimeter Durchmesser, die von einem Netz feiner Filamente umgeben waren. Letztere zeigten Fortpflanzungsorgane, die auf Pilze hindeuten. Die enge Nachbarschaft lasse darauf schließen, dass das Zusammenleben mehr als nur Zufall war, berichten die Wissenschaftler.

Allerdings dürfte es sich noch um einen deutlich loseren Zusammenhalt gehandelt haben als heute und auch schon vor 400 Millionen Jahren. Denn seit dem Sprung der Pflanzen an Land besteht eine Hauptaufgabe der Pilze in der Lebensgemeinschaft Flechte darin, den Fotosynthese leistenden Partner vor Austrocknung zu schützen. Dies wäre jedoch in der Ozeanumgebung der heutigen Doushantuo-Formation, die sich in flachen Küstengewässern ablagerte, nicht nötig gewesen. Offen bleibt auch, ob die damalige Symbiose selbst das Land mit den Pflanzen eroberte, oder ob sich die Idee dort unabhängig davon ein weiteres Mal entwickelte.

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