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Infektionskrankheiten: Fledermäuse als möglicher Ursprung von Sars identifizert

Sars ist vermutlich von Fledermäusen über Zwischenwirte in den Menschen gelangt. Der zu den Schleichkatzen gehörende Larvenroller (Paguma larvata), der als möglicher Überträger in China unter Verdacht stand, war dagegen nicht der Ursprung der Krankheit, sondern die Tiere wurden vom Menschen infiziert. Das fanden Daniel Janies von der Ohio State University in Columbus und seine Kollegen bei genetischen Analysen des Erregers heraus.

Die Forscher untersuchten dazu Unterschiede im Erbgut des Sars-Virus im Menschen und in verschiedenen Tierarten, wie Fledermäusen, Larvenroller und Schweinen. Aus den Ergebnissen erstellten sie dann einen Stammbaum des Erregers. Die Wissenschaftler konnten anhand der Daten erkennen, wie das Virus verschiedene Wirte nutzte und von der Fledermaus auf den Menschen und von da auf die Larvenroller sprang. Erst am Ende des Ausbruchs von 2003 sprang der Erreger in einigen Fällen wieder von Larvenrollern und Schweinen zurück auf den Menschen.

Janies und seine Kollegen können allerdings noch nicht erklären, wie der Erreger den Schritt von der Fledermaus zum Menschen vollzogen hat. Denn die Struktur des Fledermaus-Virus macht es unwahrscheinlich, dass der Erreger an menschliche Zellen andocken kann und sie infiziert. Daher müssen nach Ansicht der Wissenschaftler weitere von ihnen nicht untersuchte Tiere als Zwischenwirte fungieren.

Sars, eine untypische Form von Lungenentzündung, brach erstmals 2002 in China aus. 2003 kam es zu einer weltweiten Krankheitswelle, bei der sich mehr als 8000 Menschen infizierten und mehr als 900 starben. 2004 wurden Tausende von Larvenrollern in China getötet, da sie als Quelle des Erregers identifiziert worden waren. Wissenschaftler haben sich noch nicht geeinigt, von welchem Tier der ursprüngliche Erreger stammte, der Sars beim Menschen auslöst. Zwei andere Forscherteams hatten auf Grund ihrer Ergebnisse schon 2005 vermutet, dass Fledermäuse der Ursprung von Sars sein könnten. (mcw)
21.02.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 21.02.2008

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