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Sinne

Fledermausnasen kanalisieren Ultraschall

Einige Fledermäuse kontrollieren die Ausbreitung ihrer Echolot-Ultraschallwellen mit der Nase. Das berichten Qiao Zhuang und Rolf Müller von der Shandong-Universität in Jinan, China.

Die Wissenschaftler untersuchten die Funktion der auffallend geformten Nasenlappen der Fledermäuse, die oft von Falten, Runzeln und Furchen durchzogen sind. Sie stellten dabei fest, dass die verschiedenen Strukturen den Schall unterschiedlich streuen und in verschiedene Richtungen lenken. Müller vergleicht dies mit einem Taschenlampenspiegel, die den Lichtstrahl der Birne bündelt und lenkt.

Zhuang und Müller scannten die Nasen einer Hufeisen- und einer Blattnasenfledermaus und formten die Organe am Computer nach. Die Forscher entdeckten, dass der von den Tieren produzierte Schall zunächst in zwei horizontalen Furchen an den Nasenlappen der Tiere widerhallt und so verstärkt wird. Ein ähnlicher Effekt sorgt dafür, dass beim Pusten über eine leere Flasche ein tiefer Resonanzton entsteht.

Die Nasen senden Ultraschallsignale wechselnder Frequenz aus: Von zunächst 60 Kilohertz steigern sie sich auf 80 Kilohertz, um gegen Ende des Signals wieder auf 60 Kilohertz abzufallen. Der tiefere Ton schallt dabei anders durch die Nasenfurchen als der etwas höhere 80-Kilohertz-Ton, berichten Zhuang und Müller. Dadurch strahle der erste Ton als schmaler Strahl geradeaus, während der andere ein weites Oval bilde und aufwärts gerichtet sei.

Die genaue Bedeutung der Schallfurchen und ihrer Leistung ist bisher nicht bekannt. Gareth Jones, Fledermausforscher an der Universität Bristol vermutet, dass die Tiere dadurch ihre Orientierung und die Jagd verbessern. Um das zu klären, seien allerdings Untersuchungen an echten Fledermäusen erforderlich, erklärte Jones in einem begleitenden Text.
24.11.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24.11.2006

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