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Tierphysiologie: Fledermausschreie sind lauter als ein Rockkonzert

Fledermaus im Flug
Fledermäuse stoßen extrem "laute" Schreie aus, um ihre Beute zu lokalisieren, stellten Annemarie Surlykke von der Universität von Süddänemark und Elisabeth Kalko von der Universität Ulm fest. In Panama untersuchten sie elf Fledermausarten mit Hilfe von Kameras und Mikrofonen, um den Schalldruckpegel ihrer nach vorne gerichteten Rufe zu bestimmen.

Mit durchschnittlich 137 Dezibel am lautesten brüllte dabei die Kleine Hasenmaulfledermaus, Noctilio albiventris, womit sie zu den stimmgewaltigsten Tieren überhaupt zählt. Bei einem Rockkonzert entsteht dagegen ein Schalldruckpegel von gerade einmal 120 Dezibel, was knapp unter der menschlichen Schmerzgrenze liegt. Das Brüllen der nachtaktiven Flugtiere kann mit dem Lärmpegel eines Düsenjets mithalten, liegt jedoch außerhalb des für uns hörbaren Frequenzbereichs.

Verschiedene Fledermausarten nutzen unterschiedliche Ultraschallfrequenzen, um sich nicht in die Quere zu kommen, vermuten die Forscherinnen. Je höher jedoch die Frequenz, desto kleiner der Bereich, den die Tiere per Echolot abdecken können: Die Luft dämpft kürzere Schallwellen stärker als längere. Diesen Effekt kompensieren die Fledermäuse über die Lautstärke ihrer Schreie; wer in den höchsten Tönen brüllt, ist auch am lautesten. (alj)

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