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Geruchswahrnehmung: Flexibles Schnuppern

Nach einwöchigem Geruchsentzug reagiert das Gehirn empfindlich auf Duftsignale.
Geruchsdeprivation

Gemähte Wiesen, salzige Luft, frische Blumen: Das ist der Duft des Sommers. Und plötzlich beraubt uns die von Heuschnupfen verstopfte Nase all dieser wohlriechenden Momente. Aber zum Glück arbeitet unsere Geruchswahrnehmung sehr flexibel, wie nun Forscher von der Northwestern University in Chicago herausfanden.

Die Wissenschaftler um Jay Gottfried enthielten ihren Probanden eine Woche lang nahezu alle Gerüche vor: 14 Versuchsteilnehmer lebten mit speziellen Nasenpflastern, neutralen Hygieneartikeln und stündlichem Kleiderwechsel in einem geruchsisolierten Zimmer. Vor und nach dieser Prozedur überprüfte man ihre Fähigkeit, Düfte wahrzunehmen sowie zu unterscheiden und maß mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) ihre Hirnaktivität.

Während die Probanden nach der Deprivation ebenso gut den Duft von Rosenblüten, Pfefferminze oder anderen Aromen erkannten wie zuvor, ließen die fMRT-Bilder doch erhebliche Unterschiede erkennen: Direkt nach der siebentägigen Geruchsabstinenz zeigte der orbitofrontale Kortex (OFC) eine deutlich stärkere Aktivität, ein Teil des olfaktorischen Kortex regte sich dagegen weniger als noch zu Beginn – dies normalisierte sich jedoch bereits nach einer Woche Erholung.

Wie die Forscher vermuten, ergänzen sich die beiden Areale bei der Geruchswahrnehmung: Wenn der olfaktorische Kortex längere Zeit keinen Input erhält, kompensiert der OFC dieses Defizit, indem er eintreffenden Duftsignalen größere Aufmerksamkeit schenkt.

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