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Marsforschung: Flüssiges Nass auf dem Mars

Auf der Oberfläche des Mars scheint zeitweise immer noch Wasser zu fließen. Fotos der Nasa-Sonde Mars Global Surveyor (MGS) zeigen Bodenrinnen auf unserem Nachbarplaneten, die erst kürzlich entstanden und in denen sich helle Ablagerungen befinden.
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Forscher wissen zwar schon lange, dass es Wasser auf dem Mars gibt – vor allem in den Polgegenden. Doch wurde dieses bislang nur gefroren oder gasförmig nachgewiesen. Flüssiges Wasser kann auf der Oberfläche des Planeten lediglich vorübergehend existieren. Wegen der dort herrschenden niedrigen Temperaturen und geringen Atmosphärendrücke gefriert oder verdampft es sofort. Dadurch bilden sich Permafrostböden, Gletscher oder Wolken.

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Krater mit Ausfluss | Gesamtansicht des Kraters der Centauri Montes Region mit dem neuen Ausfluss. Er befindet sich auf der Südhalbkugel des Mars. Die Struktur ist in der unteren Bildhälfte, die Flussrichtung ist also zum Marsäquator hin

Unter den Wissenschaftlern besteht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass es früher Gewässer auf dem Mars gab. Das belegen die zahlreichen Aufnahmen der europäischen Sonde Mars Express (Mex), auf denen Gletscherstrukturen, Flusstäler oder Abflussrinnen zu erkennen sind. Das Alter dieser Formationen schätzen die Fachleute auf mehrere Millionen Jahre.

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Ausfluss, Draufsicht | Der neue Ausfluss in einem Krater der Centauri Montes Region in der Draufsicht, also etwa aus nordwestlicher Richtung.

Die jetzt veröffentlichten Fotos des kürzlich aufgegebenen MGS heben sich davon deutlich ab. Sie zeigen Abflussrinnen, die innerhalb der letzten sieben Jahre entstanden. Zu sehen ist jeweils ein mehrere hundert Meter langer, heller Bodensatz, der sich hangabwärts verästelt und kleine Hindernisse umflutet – als wäre irgendein Material bergab gespült worden. Die helle Farbe dieser Ablagerung, so die Forscher, könne von Frost herrühren oder von Salz, das von fließendem Wasser abgeschieden worden sei.

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Ausfluss, seitliche Ansicht | Der neue Ausfluss in einem Krater der Centauri Montes Region in der Seitenansicht, etwa aus östlicher Richtung.

Die Entdeckung heizt erneut die Debatte an, ob es auf unserem Nachbarplaneten Leben gibt. Dass immer wieder flüssiges Wasser an die Marsoberfläche kommt, zeige, dass es dort vermutlich unterirdische Reservoirs gibt, sagt die Astrobiologin Pascale Ehrenfreund von der Universiteit Leiden. In solchen Reservoirs könnten nach Meinung von Fachleuten Mikroorganismen leben. Tief unter der Oberfläche wären diese vor der Strahlung aus dem Weltall und vor allzu extremen Temperaturen geschützt. Auch auf der Erde gibt es Mikroben, die kilometertief im Erdmantel oder am Grund der Ozeane gedeihen.

FS

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