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News: Forscher entdeckt neue 'Amphibien-Sprache'

"Hupf in' Gatsch und schlag' a Wöll'n" ("In den Matsch springen und Wellen schlagen") - so faßt ein österreichischer Zoologe die von ihm entdeckte Strategie männlicher Berglandunken zusammen, mit welcher die Amphibien ihr Revier markieren. Die Tiere kommunizieren mittels Wasserwellen und teilen ihren Artgenossen damit individuelle Stärke, die Grenzen der Territorien und das Maß der Kampfbereitschaft mit.
Dies entdeckte der Wissenschaftler Bernhard Seidel von der Abteilung Evolutionsbiologie am Institut für Zoologie der Universität Wien bei Studien im Waldviertel. "Mit ausgespreizten Schwimmhäuten schlagen die vier bis fünf Zentimeter großen Unken auf die Wasseroberfläche", erläuterte Seidel. Die konzentrischen Kreise, die sich daraufhin im Tümpel ausbreiten, entschlüsseln die Konkurrenten mit dem Vestibularorgan, dem Gleichgewichtssinn im Gehör. Die Mitstreiter im "survival of the fittest" würden dadurch von guten Paarungs- und Laichstellen ferngehalten. "Für die erfolgreiche Reproduktion ist das besonders wichtig", sagte der Forscher.

Frösche der Gattung Bombina, zu denen auch die heimischen Unken gehören, besitzen die mit Abstand sensibelsten vestibulo-motorischen Reflexe unter den Amphibien. Seidel: "Ihr Gleichgewichtsorgan hat eine zehnmal größere Leistung als jenes der Vertreter der restlichen Froschwelt." Diese Tatsache wurde in der Vergangenheit für Experimente in der russischen Raumstation Mir und in speziellen Flugzeugen, in denen 20 bis 30 Sekunden Schwerelosigkeit simuliert werden können, genutzt. Die Auswirkungen der Gravitation auf die Entwicklung von Lebewesen wurden auf diese Weise studiert.

Frösche sind interessante Forschungsobjekte, weil sie die ersten Tiere auf unserem Planeten waren, die das "Wasser verlassen haben", so der Evolutionsbiologe. Wissenschaftler aus Kanada und Japan hätten bereits Interesse an den Unken-Forschungen im Waldviertel gezeigt, um möglicherweise neue Erkenntnisse für weitere Experimente in der Space Station Alpha, der Mir-Nachfolgerin, zu gewinnen.

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