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Vogelgrippe: Forscher entwickeln Schnelltest für H5N1-Virus

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Ein Team um Jürgen Pipper vom Institut für Biotechnik und Nanotechnologie in Singapur hat ein tragbares Gerät entwickelt, mit dem eine H5N1-Infektion des Menschen an Hand von Rachenabstrichen viel schneller und leichter als bisher durchgeführt werden kann. Ein Nachweis des Vogelgrippe-Erregers dauert mit den herkömmlichen Methoden etwa vier Stunden und erfordert ein gut ausgestattetes Labor. Die neue mobile Technik zeichne sich damit bei gleicher Zuverlässigkeit auch durch wesentlich niedrigere Kosten aus, so Pipper.

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Schnelltest entwickelt | Forscher in Singapur haben ein tragbares Gerät entwickelt, mit dem innerhalb von dreißig Minuten eine Probe auf H5N1-Viren getestet werden kann. Das schnelle und kostengünstige Verfahren könnte wichtig bei der schnellen Eindämmung eines Infektionsherdes sein.
In mehreren Hundert Testdurchläufen isolierte, vervielfältigte und identifizierte das auf einem Chip untergebrachte tragbare Analyseinstrument die virale RNA aus infiziertem Probenmaterial innerhalb von 28 Minuten. Der entscheidende Vorteil sei die schnelle und unkomplizierte Anwendung des Diagnosegerätes bei den Betroffenen vor Ort, so die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ausbrüche könnten so frühzeitig erkannt und eingedämmt und Getestete unmittelbar über ihren Zustand – auch den Grad einer eventuellen Infektion – informiert werden.

Die Wissenschaftler hoffen, ihre Entwicklung in Zukunft auch einsetzen zu können, um andere Viruserkrankungen – etwa Sars, Aids oder Hepatitis B – schnell zu identifizieren. Ebenso soll die Verwendbarkeit von Blut oder Urin als zu testende Körperflüssigkeit untersucht werden, um den Anwendungsbereich des Instrumentes zusätzlich zu erweitern.

Das behüllte Einzelstrang-RNA-Grippevirus H5N1 ist hoch ansteckend unter Vögeln. Es gilt als außerordentlich virulent und ist bei engem Kontakt mit infizierten Tieren auch auf den Menschen übertragbar; eine Infektion endet meist tödlich. Etwa 200 Personen starben bislang an der aviären Influenza, weltweit sind sechs Länder betroffen: China, Indonesien, Kambodscha, Thailand, die Türkei und Vietnam. Experten befürchten eine mögliche Mutation des Grippevirus, die eine schnelle Übertragung von Mensch zu Mensch möglich machen und so eine Pandemie auslösen könnte. (lp)
25.09.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 25.09.2007

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