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Physik: Forscher erschaffen magnetisches Wurmloch

An einem Punkt verschwinden, am anderen wieder auftauchen - Magnetfelder können das jetzt.
Polygonzeichnung eines Wurmloches

Abkürzungen durch Raum und Zeit, so genannte Wurmlöcher, sind jetzt nicht mehr nur theoretisch möglich. Eine orangengroße Metallkonstruktion, erschaffen von drei Physikern um Alvaro Sanchez von der Freien Universität Barcelona, lässt ein Magnetfeld an einem Punkt verschwinden und an einem anderen wieder auftauchen, als würden sich die Feldlinien außerhalb unseres Universums fortsetzen. Zusätzlich erscheint der Austrittspunkt der Feldlinien als magnetischer Monopol. Der Trick basiert auf magnetischen Metamaterialien, vergleichbar mit jenen Stoffen, mit denen Forscher seit Jahren versuchen, Tarnkappen zu erschaffen.

Tatsächlich handelt es sich bei der kompliziert aufgebauten Konstruktion um eine Art Tarnkappe, die verhindert, dass der Magnetleiter im Inneren von außen magnetisch detektierbar ist. Das erreichte Sanchez dank einer dreilagigen Konstruktion mit einem ferromagnetischen Leitermaterial als "Tunnel", einer Umhüllung aus einem Supraleiter und einer weiteren Schale aus einer ferromagnetischen Folie. Durch diesen Trick existiert der Tunnel mit dem Leitermaterial nicht mehr im normalen Raum – zumindest für Magnetfelder. Die Konstruktion ändert also effektiv die Topologie des Raums, indem sie zwei voneinander entfernte Orte direkt miteinander verbindet. Jetzt müssen die Forscher nur noch ein Ende des Wurmlochs mit fast Lichtgeschwindigkeit bewegen – dann hätten sie womöglich sogar eine Zeitmaschine für Magnetfelder gebaut. Allerdings konzentrieren sich die Forscher derzeit eher auf naheliegendere Anwendungen: Man könne so beim MRT sehr starke Magnetfelder eng an die Patienten heranleiten.

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