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News: Forscher stellen frühere Annahmen zum Lachgasausstoß in Frage

Die steigende Zahl von Abgas-Katalysatoren führt nicht zu einem stark erhöhten Ausstoß an Distickstoffoxid. Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam der Universität Wuppertal und des Autoherstellers Ford. Damit relativieren die Wissenschaftler eine These, nach der Autos mit Katalysator erhöhte Mengen des als Lachgas bekannten Gases ausstoßen.
Da der Katalysator für Ottomotoren bekanntermaßen Distickstoffoxid produziert, war man Anfang der 90er Jahre davon ausgegangen, daß die zunehmende Verbreitung schadstoffreduzierter Autos zu einem starken Anstieg der Lachgasemission führen würde. Zu Unrecht, wie Wissenschaftler der Universität Wuppertal und des Autoherstellers Ford in einer gemeinsamen Studie herausstellen. Die Wuppertaler Forscher untersuchten hierfür die Abgaskonzentration im Kiesbergtunnel in Wuppertal-Elberfeld, während ihre amerikanischen Kollegen mehr als 20 PKW- und LKW-Modelle auf den Rollenprüfstand schickten. Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen stimmten überein: Hatte man früher vermutet, daß das Auto durch den Katalysator für bis zu ein Drittel der gesamten vom Menschen produzierten Lachgas-Emission verantwortlich sein würde, gelangten die Forscher nun zu der Überzeugung, daß das Auto als Lachgasproduzent eher zu vernachlässigen ist.

Die widersprüchlichen Ergebnisse erklären die Forscher durch einen Denkfehler: Als im Jahr 1992 die Abgase im Hamburger Elbtunnel gemessen wurden, hatte man das gesamte gemessene Lachgas den Fahrzeugen mit Drei-Wege-Katalysator zugeschrieben. Die Quote der so ausgestatteten Autos lag damals bei 22 Prozent. Zum Zeitpunkt der Messungen im Wuppertaler Kiesbergtunnel lag sie bei über achtzig Prozent, ohne daß der Lachgas-Ausstoß nennenswert gestiegen wäre. Denn, so die Forschergruppe, das Gas wird auch von Fahrzeugen produziert, bei denen keine Abgas-Nachbehandlung stattfindet. Nach den neuen Untersuchungen verursacht der Autoverkehr global gesehen etwa zwei bis sechs Prozent der gegenwärtig beobachteten Zunahme an Distickstoffoxid in der Atmosphäre.

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