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Designerdrogen: Forscher warnen: Krebs durch künstliches Cannabis

Synthetische Cannabinoide, die als legale Ersatzstoffe für Cannabis auf dem Markt sind, verursachen DNA-Schäden.
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Künstlich hergestellte Stoffe, die ähnlich wie der Cannabiswirkstoff THC wirken, schädigen die menschliche Erbsubstanz und könnten auf diese Weise sogar Krebs auslösen. Darauf weisen Forscher zum Abschluss des EU-Forschungsprogramms SPICE II Plus hin. Im Rahmen des Projekts untersuchte ein Team um Volker Auwärter von der Universität Freiburg unter anderem, welche weiteren Auswirkungen synthetische Cannabinoide im Körper haben. Demnach beeinträchtigen die getesteten Substanzen neben der Zellmembran auch die Chromosomen. Die verwendeten Stoffkonzentrationen waren zwar weitaus höher als jene, die man zum Beispiel im Blutplasma findet, die Forscher vermuten jedoch, dass die Stoffe in Mund und Atemwegen diese schädlichen Konzentrationen erreichen können.

Seit etwa 2004 sind synthetische Cannabinoide als so genannte "safe highs" auf dem Markt – die Substanzen entstammen der Forschung an Medikamenten, die auf den positiven Effekten von Cannabis basieren. Zusätzlich erzeugen sie jedoch auch einen cannabisähnlichen Rausch und sind deswegen bei Nutzern beliebt: In Drogentests sind sie nicht nachweisbar. Allerdings sind auch ihre Nebenwirkungen bisher nur wenig bekannt. Das Team um Auwärter testete im Rahmen von SPICE II Plus fünf Substanzen, darunter die aus synthetischen Rauschprodukten bekannten Cannabinoide JWH-018 und JWH-073, an Kulturen menschlicher Zellen aus mehreren Geweben. Dabei verursachten zwei der Stoffe in Konzentrationen um etwa 100 Mikromol pro Liter DNA-Schäden in Mundschleimhautzellen und Lebergewebe, zwei weitere hemmten außerdem Immunzellen. Blutplasmakonzentrationen des Cannabiswirkstoffs THC steigen meist nicht über ein Mikromol pro Liter – in besonders betroffenen Geweben können sie jedoch deutlich höher sein.

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