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Paläontologie: Fossil eines pleistozänen Riesengürteltiers ausgegraben

Peruanische Arbeiter haben während eines Hausbaus in der Stadt Cusco im Süden des Landes zufällig die fossilen Überreste eines pleistozänen Glyptodons gefunden, wie der Archäologe Pedro Luna vom Nationalinstitut für Kultur am Donnerstag bekannt gab.

Die entdeckte Versteinerung zeigt ein fast vollständig erhaltenes Riesengürteltier von knapp zwei Metern Länge und jeweils einem Meter Breite wie Höhe. In lebendem Zustand konnten ausgewachsene Glyptodons sogar die ungefähre Größe eines VW Käfers erreichen.

Die Bezeichnung Glyptodon leitet sich ab von der Form ihrer Schneidezähne (griech. glyptos: ausgeschnitzt, graviert). Die Tiere hatten zudem sehr kurze Füße mit klauenartigen Zehen, einen gewölbten Rückenpanzer aus verknöcherten Hautschuppen, die bis zu sieben Zentimeter dick sein konnten, einen knöchrigen Kopfschutz sowie einen gegliederten Schwanzpanzer. Die Tiere ernährten sich vegetarisch, sodass dieser und andere Funde aus dem Raum Cusco auf eine einst üppige Sumpflandschaft in der Region schließen lassen, während heute eher trockene Verhältnisse vorherrschen.

Riesengürteltiere entwickelten sich vor etwa zwei Millionen Jahren und starben vor 12 000  bis 17 000 Jahren wieder aus. Die genauen Gründe hierfür liegen im Dunkeln, vermutet wird aber vor allem eine klimatische Abkühlung zu dieser Zeit. Ihr Verbreitungsschwerpunkt lag in Südamerika, aber nach Ausbildung der zentralamerikanischen Landbrücke gelangten die Glyptodons auch nach Nordamerika. Kleinere Verwandte leben heute noch in Südamerika.
21.05.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 21.05.2005

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