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Paläontologie: Fossiler Riesennager entdeckt

Rekonstruktion von Josephoartigasia monesi
Zwei Wissenschafter aus Uruguay haben den fossilen Schädel eines bisher unbekannten Nagers entdeckt. Das tonnenschwere Tier, das vor schätzungsweise vier bis zwei Millionen Jahren im heutigen Uruguay gelebt hat, gilt als bislang größtes Nagetier.

Schädel von Josephoartigasia monesi
Schädel von Josephoartigasia monesi | Der etwa drei Millionen alte Schädel der neu beschriebenen Nagerart Josephoartigasia monesi misst 53 Zentimeter Länge. Das ganze Tier wog bestimmt einige Hundert Kilogramm, vielleicht sogar fast eine Tonne.
Andrés Rinderknecht vom Staatlichen Museum für Naturgeschichte und Anthropologie und Ernesto Blanco von der Universität Montevideo tauften die neue Art auf den Namen Josephoartigasia monesi – zu Ehren des südamerikanischen Paläontologen und Nagerspezialisten Álvaro Mones. Aus der Größe des 53 Zentimeter langen Schädels schließen die beiden Wissenschaftler, dass das Tier einst eine Masse von fast 1000 Kilogramm gehabt haben muss.

Rekonstruktion von Josephoartigasia monesi
Rekonstruktion von Josephoartigasia monesi | Die Rekonstruktionszeichnung von Josephoartigasia monesi (oben) im Vergleich zum rezenten Pakarana (Dinomys branickii; unten) – das heute zu den größten Nagetieren der Welt zählt – lässt die Dimensionen des Rienennagers aus dem Pliozän/Pelistozän erahnen.
Das Tier, das aus der San-José-Formation am Übergang zwischen Pliozän und Pleistozän stammt, gehört zur Familie der Dinomyidae, von der heute nur eine einzige Art bekannt ist: der Pakarana (Dinomys branickii). Über die Lebensweise dieses 1873 in den Anden entdeckten seltenen Tiers, das mit etwa 15 Kilogramm Körpermasse zu den größten rezenten Nagern gehört, ist nur wenig bekannt.

Sein fossiler Verwandter, Josephoartigasia monesi, lebte vermutlich in waldreichen Küstenregionen – zusammen mit anderen Riesennagerarten, Säbelzahnkatzen oder auch den so genannten Terrorvögeln, die es auf eine Körpergröße von bis zu drei Metern brachten. (aj)
16.01.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 16.01.2008

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