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Düfte: Schwestern sind die besten Parfümberater für Männer

Wenn Mann seinen natürlichen Körperduft vorteilhaft unterstrichen haben möchte, dann sollte er Frau die Wahl des Parfüms überlassen. Den besten Riecher hat dabei aber nicht seine Partnerin.
Ein Mann kneift die Augen im Aerosolnebel zuLaden...

Seit jeher schmückt sich die Menschheit mit fremden Düften: Schon im alten Ägypten und in Mesopotamien war die Verwendung von Duftstoffen weit verbreitet. Das Unterstreichen oder Verbessern des eigenen Körpergeruchs könnte nicht zuletzt dazu dienen, einen potenziellen Partner zu finden. Aber sind Männer gut darin, einen Duft zu finden, der zu ihrem eigenen Körpergeruch passt, oder übertreffen Frauen – zum Beispiel ihre Partnerinnen – sie bei dieser Aufgabe? Das erforschten Marketá Sobotková von der Karls-Universität in Prag und Kollegen an einer kleinen Stichprobe – und kamen zu dem unerwarteten Schluss, dass sich nicht jede Frau gleichermaßen als Parfümtesterin eignet.

Vorab hatten die Forscher 24 handelsübliche Herrenparfüms – von Armani über Chanel und Dior bis hin zu Ralph Lauren – in sechs Hauptkategorien mit jeweils vier Unterkategorien eingeteilt. Dann rekrutierten Sobotková und Kollegen zwei Gruppen mit 16 beziehungsweise 12 Männern. Die Probanden der ersten Gruppe brachten ihre Partnerinnen mit ins Labor, die der zweiten ihre Schwestern. Der Ablauf war immer derselbe: Nacheinander durften zuerst die Männer, dann die Frauen an Duftproben der sechs Hauptkategorien schnüffeln. Diese umfassten unter anderem holzige, orientalische und Zitrusnoten. Davon suchten die Männer zwei aus, die sie am liebsten selbst tragen würden – oder die Frauen wählten diejenigen Düfte, die ihrer Meinung nach am besten zu ihrem Partner oder Bruder passten. In einem zweiten Schritt wurden die jeweils vier Unterkategorien der Parfums beschnuppert, etwa orientalisch-holzig oder orientalisch mit Zitrusnoten. In dieser Runde mussten sich alle Studienteilnehmer auf einen Lieblingsduft festlegen.

Abends kamen die Männer dann noch einmal allein ins Labor: Sie wuschen ihre Achselhöhlen mit geruchsneutraler Seife, anschließend trugen die Forscher das Parfum auf: unter die eine Achsel jenes, das der Mann selbst gewählt hatte, unter die andere die Auswahl der Partnerin beziehungsweise der Schwester. Wattepads wurden über die Achseln geklebt, um das Gemisch aus dem körpereigenen Geruch und dem Parfum aufzufangen; am nächsten Morgen sammelten die Forscher die Watteaus wieder ein.

Schwestern haben den besseren Riecher

Diese wurden dann von 20 unabhängigen Testerinnen bewertet: Sie mussten angeben, wie intensiv, angenehm, attraktiv und maskulin sie die Proben fanden. Im Vergleich der Duftwahl von Männern und ihren Partnerinnen stellte sich heraus, dass die von den Partnerinnen gewählten Parfüms in Kombination mit dem natürlichen Duft der Männer als angenehmer empfunden wurden. Bei der Wahl der Schwestern zeigte sich jedoch ein noch viel stärkerer Unterschied in den Bewertungen: Die Attraktivität des von ihnen präferierten Duftgemischs wurde höher eingestuft als das von den Männer selbst gewählte.

Auch die reinen Parfümproben wurden von unabhängigen Testern (in diesem Fall Männern und Frauen) bewertet. Dabei wurde die Auswahl der Schwestern als viel männlicher eingestuft als jene der Männer selbst. Insgesamt waren die Forscher doch recht verwundert von ihren Ergebnissen. Denn bei der Partnerwahl erschnüffeln wir unbewusst, wie gut das Immunsystem unseres Gegenübers das unsrige komplementieren würde – laut einer Studie wählen Menschen mit ähnlichem Immunsystem auch ähnliche Parfüms aus. Eigentlich hatten die Forscher daher angenommen, dass Geschwister in etwa gleich gut bei der Auswahl eines passenden Dufts wären, weil Verwandte über einen ähnlichen Körpergeruch verfügen und daher ähnliche Präferenzen haben sollten. Sobotková und Kollegen spekulieren nun aber über eine neue Theorie: Möglicherweise sind Schwestern evolutionär bedingt besonders gut darin geworden, ihre Brüder attraktiv für das weibliche Geschlecht zu machen – weil sich indirekt auch ihre eigenen Gene verbreiten, wenn ihre Brüder sich fleißig fortpflanzen.

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