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Prämenstruelles Syndrom: Frauengehirne kompensieren Stimmungsschwankungen

Erstmals konnten Forscher nachweisen, dass Frauen im Verlauf ihres Menstruationszyklus wechselnde Gehirnregionen zur Bewältigung von emotionalen Anforderungen nutzen. Dies ergaben Untersuchungen mit zwölf Probandinnen, deren Gehirne magnetresonanztomografisch durchleuchtet wurden.

Die verantwortlichen Wissenschaftler der Cornell-Universität präsentierten ihren gesunden Freiwilligen zu sortierende Wortreihen mit neutralem, beziehungsweise negativ oder positiv emotional besetztem Gehalt, etwa den Vokabeln "entzückt" oder "Vergewaltigung". Während der Aufgabe bestimmten die Forscher mit Hilfe des Magnetresonanztomografen die Hirnaktivität. Die Frauen sollten die Aufgaben jeweils ein bis fünf Tage vor ihrer Regelblutung oder rund zehn Tage danach bewältigen.

Wie sich herausstellte, unterscheiden sich je nach Zyklusphase die bei der Aufgabe aktivierten Gehirnareale: Vor der Monatsblutung waren insbesondere Bereiche des mittlere Stirnlappens aktiv, in dem unter anderem emotionale Regulationsvorgänge verarbeitet werden. Einige Tage später verschob sich die Aktivität zugunsten seitlicher Bereiche des frontalen Kortex.

Eine gut funktionierende, im Laufe des Zyklus wechselnde Gehirn-Aufgabenteilung könnte nach Ansicht der Forscher ein Grund dafür sein, dass keine der Versuchsteilnehmerinnen unter zyklusbedingten Gefühlschwankungen litt. Die normale Verschiebung der Verarbeitungsbereiche im Stirnlappen könnte hingegen bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom (PMS) gestört sein, spekulieren die Wissenschaftler. Als Ursache von PMS gelten monatliche Schwankungen im Gleichgewicht verschiedener Steroidhormone – die Folgen solcher Schwankungen können möglicherweise von gesunden Frauen im Gehirn durch den nun gefundenen Zusammenhang besser kompensiert werden.

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