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Musik: Freie Improvisation im wahrsten Sinne hemmungslos

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Wenn Jazz-Musiker frei improvisieren, ist das Zentrum für Selbstkontrolle im Gehirn inaktiv, berichten Charles Limb von der Johns-Hopkins-Universität und Allan Braun von den National Institutes of Health. Dafür regen sich andere Regionen verstärkt, die mit Selbstbild, Selbstdarstellung und Aktivitäten mit individuellem Bezug zusammenhängen, sowie alle sensorischen Areale.

Limb, selbst Jazz-Saxophonist, hatte mit seinen Kollegen ein spezielles Keyboard entwickelt, das den Probanden – sechs Jazz-Interpreten – erlaubte, auch innerhalb der Röhre des funktionellen Magnetresonanztomografen zu spielen und über einen Spiegel ihre Aktionen zu verfolgen. Die Forscher maßen die Hirnaktivität, während die Freiwilligen Tonleitern oder eine zuvor präsentierte Melodie nachspielten beziehungsweise frei improvisierten. Die Ergebnisse zeigten, dass nicht die Komplexität der Aufgabe die Hirnaktivität bestimmte, sondern wie viel Kreativität gefordert war.

Die ermittelten Muster erinnern stark an Aufzeichnungen von Schlafenden, die träumen. Die Veränderungen zeigten sich vor allem im präfrontalen Kortex, der eine zentrale Rolle beim Denken, Problemlösen und Selbstempfinden spielt. Warum allerdings auch die sensorischen Regionen aktiver wurden, obwohl sich hier die Bedingungen in den einzelnen Experimenten nicht unterschieden, können die Forscher nicht beantworten. (af)
28.02.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28.02.2008

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