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Artenschutz: Freud und Leid bei den Kakapos

Die Neuseeländer hoffen auf eine rekordverdächtige Brutsaison bei den Eulenpapageien. Doch für ein Männchen war das womöglich zu viel.
Kakapo

Mit großer Freude haben neuseeländische Biologen das erste Kakapoküken der diesjährigen Brutzeit begrüßt: Eine Kamera am Nest eines Weibchens namens Tiwhiri bestätigte, dass es erstmals ein Ei erfolgreich ausgebrütet hat. Mit nur rund 125 Tieren gehören die moosgrünen Eulenpapageien (Strigops habroptilus) zu den seltensten Vogelarten der Erde; entsprechend aufmerksam wird ihr Schicksal verfolgt. Das noch namenlose Küken bildet den Auftakt zur womöglich erfolgreichsten Kakaponachzucht seit Menschengedenken, denn insgesamt 37 Weibchen haben sich verpaart – ein Rekordwert, seit das intensive Arterhaltungsprogramm in den 1990er Jahren gestartet ist. 1995 lebten wohl nur noch rund 50 dieser Papageien auf der Erde. Unklar ist, ob alle der Weibchen letztlich befruchtete Eier legen können, da die Population durch einen genetischen Flaschenhals gehen musste: Wegen ihrer Seltenheit konnten sich nur wenige der verbliebenen Tiere untereinander paaren. Dadurch verarmte ihr Erbgut, was sich letztlich negativ auf ihre Zeugungsfähigkeit niederschlug.

Deshalb bedauern die Ökologen um Deidre Vercoe vom Department of Conservation den Verlust des Männchens Smoko, den sie gleichzeitig mit dem ersten Küken bekannt gaben. Smoko starb womöglich an den Folgen eines Konkurrenzkampfes mit einem anderen Kakapo. Immerhin paarte er sich zehn Tage vor seinem Ableben, so dass seine Gene weitergegeben wurden. Zudem hat er 2009 zwei Nachkommen gezeugt. Smoko gehörte zu den überlebenden Kakapos von Stewart Island, die heute den Hauptteil des Bestands ausmachen. Er wurde vor 25 Jahren auf der Insel entdeckt und gehörte damit zu dem Viertel der heute lebenden Tiere, deren Alter die Forscher nicht kennen. Kakapos haben eine lange Lebensspanne, doch dürften viele der Gründerväter und -mütter des heutigen Kakapobestands schon älter als 60 sein. Ihr Tod käme daher nicht völlig unerwartet, so Vercoe.

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