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Neurobiologie: Freude auch ohne Dopamin

Der als "Glücksbotenstoff" bekannte Neurotransmitter Dopamin scheint für das Auslösen freudiger Empfindungen nicht unbedingt nötig zu sein. Wie Wissenschafter von der Universität von Washington und dem Howard Hughes Medical Institute herausgefunden haben, suchen auch Mäuse, denen der Botenstoff fehlt, das Glück.

Thomas Hnasko und seine Kollegen hatten mit genetisch veränderten Mäusen experimentiert, deren Gehirne nicht mehr in der Lage sind, Dopamin zu bilden. Nachdem die Versuchstiere an eine tägliche Ration Morphium gewöhnt waren, setzten die Forscher das Suchtmittel ab. Anschließend konnten die Nager entweder den Käfig betreten, an dem sie zuvor mit Morphin versorgt worden waren, oder einen neutralen Ort erkunden. Die Mäuse verhielten sich eindeutig: Stets suchten sie den verheißungsvollen Ort der zuvorigen Morphingabe auf – offensichtlich in Erwartung einer neuen Ration.

Die Forscher schließen hieraus, dass die dopaminfreien Mäuse wie ihre normalen Artgenossen gezielt nach der Belohnung durch Morphin suchen. Dopamin spielt demnach für das angenehme Glücksgefühl der Droge nicht die entscheidende Rolle.

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