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News: Froschmissbildungen kein neues, aber dramatisch zunehmendes Phänomen

Die weltweit zu beobachtenden Missbildungen von Amphibien – meist in Form zusätzlicher oder ganz fehlender Hintergliedmaßen – sind schon seit den vierziger Jahren bekannt. Allerdings hat ihre Häufigkeit in den letzten zehn Jahren dramatisch zugenommen, ermittelten Pieter Johnson von der University of Wisconsin-Madison und seine Kollegen anhand von Literaturauswertungen, der Überprüfung von Museumsexemplaren und vergleichenden Geländeuntersuchungen.

Die Ursachen für die Missbildungen sind immer noch ungeklärt, doch spielt ein parasitischer Saugwurm offenbar häufig eine entscheidende Rolle. So konnten die Wissenschaftler bestätigen, dass mit der Häufigkeit des Trematoden auch die Zahl der verkrüppelten Frösche, Salamander und anderer Amphibien stieg. Insbesondere erschreckend sei die rapide wachsende Zahl von inzwischen nachgewiesenen Feuchtgebieten, in denen die Deformationen auftreten: Während es vor 1990 weniger als ein Dutzend gewesen sei, konnten Johnson und seine Kollegen allein in den letzten sieben Jahren über 50 solcher Gebiete aufspüren.

Die verkrüppelten Tiere sterben in der Regel vor der Geschlechtsreife, weil die Missbildungen sie bei der Nahrungssuche und der Flucht vor Fressfeinden stark behindern. Daher befürchten viele Forscher, dass das Phänomen ein weltweites Massensterben von Amphibien auslösen beziehungsweise weiter fördern könnte. So wird insbesondere in zahlreichen durchaus unberührten tropischen Regionen ein deutlicher Rückgang der Amphibienpopulationen festgestellt, deren Ursache ebenfalls ungeklärt ist. Neben Parasiten werden UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und weitere Krankheiten diskutiert.

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  • Quellen
Conservation Biology 17: 1724 (2003)

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