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Hörsinn: Früh Erblindete entwickeln feineres Gehör

In frühester Kindheit erblindete Menschen können als Erwachsene Tonsignale feiner analysieren als normalsichtige oder erst später blind gewordene Personen, berichten Forscher der Universität Montreal.

Die Wissenschaftler verglichen die Hörleistung von 14 erblindeten Freiwilligen und einer sehenden Kontrollgruppe. Wie sich zeigte, erkannten insbesondere vor dem zweiten Lebensjahr blind gewordene Probanden die Reihenfolge von leicht unterschiedlich hohen, kurz nacheinander präsentierten Tonsignalen deutlich besser als die übrigen Kandidaten. Weniger gut, aber ebenfalls besser als Normalsichtige, hörten die erst später erblindeten Testkandidaten.

Die Wissenschaftler vermuten, dass im Gehirn blinder Personen die im Normalfall für das Sehen verwendeten Areale zur Verbesserung des Hörsinnes umfunktioniert werden. Die dafür notwendige Form der so genannten "Plastizität" der Großhirnrinde lässt mit zunehmendem Alter allerdings nach.
15.07.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.07.2004

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