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Entwicklungspsychologie: Frühe Einsicht

Bereits Anderthalbjährige erkennen, ob es an ihnen liegt, wenn ein Spielzeug nicht funktioniert.
Baby wertet moralisch
"Liegt es an mir?" Diese Frage scheinen sich bereits Kleinkinder zu stellen, wenn etwas nicht so klappt, wie sie sich das gedacht haben. Nach Ansicht zweier Wissenschaftlerinnen vom Massachusetts Institut für Technologie in Cambridge (USA) können schon knapp Anderthalbjährige unterscheiden, ob sie selbst oder die äußeren Umstände dafür verantwortlich sind, dass ein Spielzeug nicht funktioniert.

Warum geht das nicht?
16 Monate alte Babys versuchen ein Spielzeug zum Laufen zu bringen.
Hyowon Gweon und Laura Schulz zeigten ihren 16 Monate alten Probanden zunächst drei Spielzeuge in unterschiedlichen Farben: grün, gelb und rot. Dann nahmen sie das grüne und drückten einen Knopf, woraufhin Musik ertönte. Bekamen die Babys eben dieses grüne Gerät überreicht, versuchten sie natürlich ebenso Musik erklingen zu lassen – vergeblich. Hilfesuchend gaben die Kleinen das widerspenstige Ding an ihre Eltern weiter.

Anders verhielten sich die Kinder, wenn sie statt des grünen "Vorführgeräts" das gelbe Spielzeug bekommen hatten. Auch hier drückten sie vergeblich den Knopf – aber statt es weiterzureichen, griffen sie zu der vor sich liegenden roten Alternative.

Im ersten Fall hatten die Babys zuvor live mitangesehen, dass das Spielzeug in den Händen des Versuchsleiters funktioniert hatte und sahen daher die Schuld eher bei sich selbst, so die Forscherinnen. Wenn die Kinder jedoch nicht genau dasselbe Teil erhielten – wie im zweiten Fall –, schrieben sie den Fehler dem Objekt zu. Diese Fähigkeit zu diskriminieren, ob ein Misserfolg am eigenen Verhalten oder an der Außenwelt liegt, stellt nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen eine wichtige Lernstrategie frühkindlicher Entwicklung dar. (ls)

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