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Paläontologie: Frühe Mutterschaft bei Dinosauriern

T. rex und Konsorten bekamen schon in jungen Jahren Nachwuchs, lange bevor sie ausgewachsen waren. Dies schließen Sarah Werning und Andrew Lee von der Universität von Kalifornien in Berkeley aus Knochen verschiedener Dinosaurier-Arten. Die Wissenschaftler entdeckten darin typische Strukturen, die auch Vögel während der Eiablage bilden.

Im Jahr 2005 hatte die Paläontologin Mary Schweitzer in einem T.-rex-Oberschenkelknochen erstmals Hinweise darauf gefunden, dass das Tier weiblich war und kurz vor der Eiablage stand: Sie entdeckte in dem Röhrenknochen Kalziumeinlagerungen, die sich auch bei Vögeln nur während der Eierproduktion bilden. Werning und ihre Kollegen wiesen ebensolche Überreste in den Knochen eines Allosaurus nach, einem T.-rex-ähnlichen Räuber des späten Jura, sowie in einem Tenontosaurus, einem Pflanzenfresser der Frühen Kreidezeit.

Wachstumsringen zufolge waren die Tiere gerade einmal zehn beziehungsweise acht Jahre alt, und auch der nochmals untersuchte T. rex war mit 18 Jahren noch sehr jugendlich. Dies spreche für ein schnelles Wachstum mit frühem Beginn der Fortpflanzung, um eine hohe Mortalität im Erwachsenenalter auszugleichen, so die Forscher.

Bereits während der Wachstumsphase ersten Nachwuchs zu bekommen, gehört zu den Merkmalen vieler mittlerer bis großer Säugetiere. Es findet sich jedoch nicht unter Reptilien oder Vögeln, bei denen die Fortpflanzung erst zum Ende des Wachstums oder sogar danach startet. Legte man die Entwicklungszeit von Reptilien an, müssten manche Dinosaurier über 200 Jahre alt werden, bevor sie das erste Ei legten. "Das ist nun wirklich lächerlich", erklärt Lee. Man schätzt, dass die Tiere um die dreißig, manche jedoch bis sechzig Jahre alt wurden. (af)

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