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News: Früherkennung schützt vor Überreaktion bei Strahlentherapie

Die Therapie mit hochenergetischer Strahlung ist bei vielen Tumorarten oft die letzte Hoffnung. Dabei ist die radioaktive Bestrahlung eine durchaus effiziente Waffe gegen den Krebs. Bei manchen Patienten treten jedoch in benachbartem Gewebe erstaunliche Überreaktionen auf. Mit solchen Überempfindlichkeiten beschäftigten sich in Leipzig Radioonkologen und Strahlenmediziner auf einem Doppelkongreß, der am 18. November 1997 zu Ende ging.
„In der Strahlentherapie stellen unsere ärztlichen Kollegen immer wieder fest, daß bestimmte Patienten eine ganz unerwartet hohe Reaktion des normalen Bindegewebes zeigen”, erklärt der Göttinger Medizinphysiker Dietrich Harder, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für biologische Strahlenforschung. Die Mediziner suchen jetzt Früherkennungsmethoden, mit denen man solche Überempfindlichkeiten bereits vor Beginn der Therapie erkennen kann. Die Ursache liegt in genetischen Defekten der entsprechenden Zellen. Harder: „Was zum Beispiel ausfällt, ist die DNA-Polymerase, ein Enzym, das die DNA wieder repariert, wenn sie beschädigt wurde. Dieser Vorgang ist bei der Reaktion der Zelle auf Strahlenwirkung von wesentlicher Bedeutung.” Die Zahl solcher Patienten ist nicht sehr hoch, dennoch lohnte sich ein Früherkennungstest. Die Mediziner wollen jetzt Haut- und Blutproben der Patienten auf Überempfindlichkeit gegenüber Strahlung testen. Radioonkologen und biologische Strahlenforscher bekräftigten die Bedeutung der Zusammenarbeit auch über Fachgrenzen hinweg. „Radioonkologie ist angewandte Radiophysik und -biologie”, so der Onkologe Friedrich Kamprad, Präsident des Gesamtkongresses, „deshalb ist es für uns ganz wichtig, die Grundlagenforschung mit dabei zu haben.”

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