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Hirnaktivität: Für Tagträumen verantwortliche Gehirnregionen identifiziert

Gehirnuntersuchungen mit funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRI) haben ein Netzwerk verschiedener Kortexregionen identifiziert, die beim Lösen einer einfachen Aufgabe das Abschweifen der Gedanken anzeigen. Ein Team um Malia Mason von der Harvard Medical School in Massachusetts konnte jetzt außerdem zeigen, dass die entsprechenden Bereiche am aktivsten bei solchen Versuchspersonen waren, die von sich behaupteten, verstärkt zum Tagträumen zu neigen.

Mason zeichnete die Hirnaktivität von Freiwilligen auf, die zuvor vier Tage lang einfache Gedächtnisübungen bis zur Perfektion trainiert hatten. Anschließend befragte sie die Versuchsteilnehmer, wann und zu welchem Grad ihre Gedanken während der Übung abgeschweift waren. Leicht modifizierte Aufgaben, die wieder die volle Aufmerksamkeit der Probanden verlangten, offenbarten zudem, dass sich das fragliche Netzwerk bei höherer Belastung sofort wieder abschalten kann.

Erinnerungen, Überlegungen und Sinneseindrücke ohne äußeren Anlass und bewusster Steuerung, wie sie als typische Begleiterscheinungen bei Unterforderung entstehen, hängen demnach mit der Aktivität des medialen präfontalen Kortex, des prämotorischen Kortex sowie des zum limbischen System gehörenden Zingulums zusammen.

Die Fähigkeit, bei stupiden Tätigkeiten den Gedanken freien Lauf zu lassen, könnte Mason zufolge aus verschiedenen Gründen entstanden sein: um das Gehirn ausreichend wach und aktiv zu halten, um Eindrücke und Erlebnisse zu verfestigen oder aber als Nebenprodukt der – in diesem Fall ungenutzten – Eigenschaft des Gehirns, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. (jd)

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