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News: Fürsorge zahlt sich doch aus

In bezug auf die Verhütung von Selbstmorden werden kaum jemandem ökonomische Kriterien in den Sinn kommen. Doch genau dieser Zusammenhang wurde jetzt näher beleuchtet. Bayreuther Wissenschaftler stellten fest, daß sich die Suizidprävention auch wirtschaftlich durchaus rentiert.
Das Einbringen ökonomischer Ansätze in die Gesundheitspolitik ist heute modern geworden und wird als wichtige Ergänzung bisheriger, allein medizinisch-therapeutisch orientierter Überlegungen angesehen. Dabei spielen auch die sozioökonomischen Folgen von Behandlung oder Nichtbehandlung eine Rolle.

In der Zeitschrift Psychiatrische Praxis findet sich eine Artikel von Prof. Dr. Manfred Woltersdorf vom Bezirkskrankenhaus Bayreuth, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, wonach bei einer Halbierung der heute 10 000 Suizide pro Jahr in Deutschland innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Betrag in Milliardenhöhe eingespart werden könnte (Bd. 25 (1998) Nr. 3, Seite 130-132). Dabei ist davon auszugehen, daß bis zu 80 Prozent der durch Suizid verstorbenen Patienten primär depressiv kranke Menschen sind.

Die hier errechneten Einsparungen müßten, um den echten Gewinn durch Suizidprävention zu erhalten, bezogen werden auf die direkten und indirekten Krankheitskosten der Depressionsbehandlung, sowie auf die Kosten, welche durch vorzeitige Berentung, durch Behinderung und Reduktion der Arbeitsfähigkeit entstehen. Umgekehrt könnte man auch davon ausgehen, daß diese der Gesellschaft auch verloren gehen, wenn es nicht gelingt, die Zahl der Suizide bei depressiv Kranken innerhalb der nächsten zehn Jahre auf die Hälfte zu senken.

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