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News: Fusion im Becherglas doch möglich?

Die umstrittenen Experimente zur Kernfusion in kollabierenden Bläschen, die 2002 für Aufsehen und heftige Diskussionen gesorgt haben, konnten von den damals beteiligten Wissenschaftlern mit einem überarbeiteten Aufbau offenbar erfolgreich wiederholt werden. Die Ergebnisse der neuen Arbeit, die laut Lee Riedinger vom Oak Ridge National Laboratory außergewöhnlich streng geprüft worden sind, sollen in Kürze in Physical Review E veröffentlich werden. Indes äußern Kritiker weiterhin ihre Skepsis an den Experimenten.

Rusi Taleyarkhan, der seinerzeit am Oak Ridge National Laboratory arbeitete, und seine Kollegen berichteten bereits im März 2002 über ihre Fusionsversuche. Dabei setzten sie ein Becherglas mit Aceton, dessen Wasserstoff sie durch das schwere Isotop Deuterium ersetzt hatten, Ultraschall aus. Es bildeten sich Bläschen, die sofort wieder kollabierten. Bei diesem wohl bekannten Phänomen sollten angeblich lokal Temperaturen von mehreren Millionen Grad entstanden sein, die zur Fusion der Deuteriumkerne geführt hätten. Als Beweis diente den Wissenschaftlern eine erhöhte Tritiumkonzentration – ein Produkt der Kernreaktion – sowie eine erhöhte Neutronenemission.

Schon kurz nach Veröffentlichung der Ergebnisse in Science kam jedoch Kritik an der Arbeit der Forscher auf: Die Versuche seien nicht sauber durchgeführt, Daten falsch interpretiert worden. Außerdem konnten andere Wissenschaftler das Experiment nicht reproduzieren. Taleyarkhan, der mittlerweile an der Purdue University forscht, hat nun die Versuche mit einer verbesserten Apparatur wiederholt und ist dabei nach eigener Aussage auch auf die damaligen Kritikpunkte eingegangen. Diesmal seien die Indizien für eine Sonofusion sogar noch deutlicher. Insbesondere die Tritium-Produktion und die Neutronen-Emission stünden nun im richtigen Verhältnis zueinander, was einem verbesserten Neutronen-Nachweis zu verdanken sei.

Doch die Kritiker verstummen nicht. So meint Aaron Galonsky von der der Michigan State University, dass beim Strahlungsnachweis Neutronen- und Gammastrahlung unzulässigerweise zusammen gemessen wurden. Wenngleich es schwierig sei, die beiden Strahlungsarten getrennt voneinander zu erfassen, so wäre es doch für dieses Experiment unabdingbar.

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  • Quellen
Physical Review E (im Druck)

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