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Kosmologie: Galaxie stellt neuen Entfernungsrekord auf

Ein internationales Astronomenteam glaubt, die am weitesten entfernten aller bisher dokumentierten Galaxien entdeckt zu haben. Ihr Licht machte sich vor mehr als 13 Milliarden Jahren auf den Weg zu uns.

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Der lange Weg des Lichts | Astronomen nutzen Galaxienhaufen als natürliche Teleskope: Der so genannte Gravitationslinseneffekt verstärkte das schwache Licht der entfernten Galaxien um das Zwanzigfache. So stießen sie auf Galaxien, die sonst unentdeckt geblieben wären.
Wissenschaftler um Richard Ellis vom California Institute of Technology entdeckten die Galaxien am Keck-Observatorium auf Hawaii, indem sie die Gravitationswirkung von massereichen Galaxienhaufen im Vordergrund ausnutzten. Das Schwerefeld eines Galaxienhaufens bündelt das Licht eines dahinter liegenden Objektes, wodurch dieses bis zu zwanzig Mal heller erscheint als ohne die Linsenwirkung. Dieser so genannte Gravitationslinseneffekt erlaubte den Forschern einen Blick auf sechs rund 13 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien. "Wir sehen sie also zu einer Zeit, als das Universum weniger als 500 Millionen Jahre alt war", erläutert Ellis.

Die Forscher vermuten noch viele weitere ähnlich entfernte Galaxien, da sie in ihrer Studie nur einen kleinen Ausschnitt am Himmel erforschten. Der endgültige Beweis dafür, dass sich tatsächlich alle sechs Objekte in der behaupteten Distanz befinden, sei allerdings sehr schwierig.

Als das Universum erst 300 000 Jahre alt war, gab es in ihm noch keine Sterne. Die Astronomen sprechen daher vom dunklen Zeitalter. Wann die ersten Sterne Licht ins dunkle Universum brachten, ist heute eine der großen Fragen für die Astronomen. (AK/mp)
11.07.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.07.2007

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