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Artenvielfalt: Gassigehen gefährdet Vögel in Schutzgebieten

Der Besuch von Vogelreservaten mit Hunden – frei oder an der Leine – beeinträchtigt das Wohlergehen der dort lebenden wilden Tierarten oder gefährdet sogar deren Fortbestand. Zu diesem Schluss kommt eine Vergleichsstudie, die Peter Banks und Jessica Bryant von der Universität von New South Wales im australischen Kensington erstellten.

So nahm die Artenzahl der Vögel in einem von den Wissenschaftlern überwachten Waldreservat nördlich von Sydney um mehr als ein Drittel ab, wenn Hunde samt ihrem Halter die vorhandenen Wege nutzten. Zudem sank die Individuenzahl um etwas mehr als vierzig Prozent verglichen mit Schutzgebieten, aus denen die privaten Vierbeiner verbannt worden waren. Besonders betroffen von der vergrämenden Wirkung der Hunde waren Bodenbrüter, deren Artenzahl im Vergleich zu störungsfreien Arealen um die Hälfte sank. Spaziergänger ohne tierische Begleitung trieben die Tiere zwar bisweilen auch zur Flucht, doch geschah dies deutlich seltener und weniger nachhaltig – ob sie dabei alleine oder in Begleitung einer weiteren Person waren, spielte keine Rolle.

Da Hunde selbst in Gebieten, in denen sie häufig ausgeführt wurden, diese negativen Folgen auslösten, gewöhnen sich die Vögel offensichtlich nicht an die vermeintlichen Prädatoren. Die Forscher fordern deshalb, dass die Haustiere – selbst wenn sie an der Leine geführt werden – strikt aus sensiblen Schutzgebieten ferngehalten werden müssen. (dl)

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