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News: Gecko in Groschenformat

Ein winziger Gecko aus der Karibik ist in einem Punkt der Größte: Er ist das kleinste Reptil der Welt, zusammen mit einem anderen Angehörigen derselben Gattung. Die neu entdeckte Art lebt im südlichsten Zipfel von Hispaniola und auf einer kleinen, vorgelagerten Insel. Besonders wohl fühlt er sich offenbar im Laub am Boden von Trockenwäldern. Und er zeigt ein weiteres Mal, dass Inseln ganz besondere Spielstuben der Evolution sind.
Die karibischen Inseln sind bekannt für die enorme Vielfalt ihrer Organismenwelt – sie gehören zu den so genannten Hotspots der Biodiversität. Unter dieser Bezeichnung werden 25 Regionen zusammengefasst, die zwar insgesamt nur 1,4 Prozent der Landmasse umfassen, dafür aber 44 Prozent aller Gefäßpflanzenarten und 35 Prozent aller Arten aus vier Wirbeltiergruppen beheimaten. Und immer wieder werden in vielen dieser Gebiete neue Arten entdeckt.

So verlängern sich nun auch wieder einmal die Artenlisten der Insel Hispaniola und dem kleinen vorgelagerten Eiland Beata: Ein neuer Gecko namens Sphaerodactylus ariasae stößt dazu. Und dabei handelt es sich nicht einfach nur um einen ganz gewöhnlichen Vertreter der artenreichen Gattung, sondern um etwas ganz Besonders – denn mit gerade einmal 16 Millimetern Länge von der Schnauzenspitze bis zum Schwanzansatz hat das winzige Kriechtier bequem auf einem 10-Pfennig-Stück Platz. Damit ist es eines der kleinsten Reptilien der Welt, einen Titel, den es sich nur mit einem Gattungsgenossen von den British Virgin Islands teilen muss.

Blair Hedges von der Pennsylvania State University und Richard Thomas von der University of Puerto Rico entdeckten die Tiere 1998 bei herpetologischen Streifzügen auf der Halbinsel Barahona und der nahe gelegenen Insel Beata. Ganz wie ihre nächsten Verwandten Sphaerodactylus streptophorus weisen die winzigen Geckos abgeflachte, gekielte und überlappende Rückenschuppen auf. Und auch die Färbung stimmt grundlegend überein: Beide weisen einen schmalen hellen Streifen am Hals und runde Flecken am Becken auf. Der Rücken trägt helle, schwarz begrenzte Längsstreifen, die in der Körpermitte etwas verblassen, dann aber im Bereich der Hinterbeine und auf dem Schwanz wieder intensiver werden. Als Lebensraum dient den Tieren offenbar das Laub am Boden von trockenen Wäldern – zumindest fanden die Forscher dort ihre untersuchten Exemplare.

Solche extremen Körpergrößen treten häufig auf Inseln auf. Denn hier fehlt oft der Druck durch Räuber oder Konkurrenten, sodass sich auch auf den ersten Blick benachteiligte Organismen durchsetzen und ihre Nische finden können. So sind einer der winzigsten Frösche (Eleutherodactylus iberia, ein Zentimeter) und der kleinste Kolibri (Mellisuga helenae, fünf Zentimeter) Inselbewohner: Ihre Heimat ist Kuba. Und sie teilen sich ihren besonderen Lebensraum mit den Riesen: Aldabrachelys elephantina, die Seychellen-Riesenschildkröte, mit bis zu 130 Zentimetern Panzerlänge die größte Schildkröte überhaupt, lebt auf der Aldabra-Insel, und der größte Schmetterling der westlichen Hemisphäre (Papilio homerus), ein Schwalbenschwanz, ist auf Jamaica zuhause.

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