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Verhaltensbiologie: Gefiederfärbung macht Hühner zu Hackordnungsopfern

Hühner mit dunklen Einsprengseln im Gefieder werden häufiger von ihren Artgenossen drangsaliert als rein weiße Tiere, stellten Linda Keeling von der Schwedischen Agrarwissenschaftlichen Universität und ihre Kollegen fest. Die Forscher hatten eine weiße Haushuhnrasse mit einer dunklen Wildvariante gekreuzt und dann die Hackaktivitäten verfolgt.

Verantwortlich für die Farbe ist dabei das Gen PMEL17. Die Haushühner wiesen eine um neun Basenpaare längere Variante auf, die für weißes Gefieder sorgte. Diese Erbanlage erwies sich als dominant, dunkle Flecken traten daher nur bei Tieren auf, die beide Kopien der Erbanlage in der kürzeren Wildtyp-Form besaßen. Das Gen kodiert für ein Protein, das in den Pigmentzellen für die normale Entwicklung der Melanosomen spielt, die an der Bildung und Speicherung des dunklen Farbstoffs Melanin beteiligt sind.

Die Gefahr, auf der unteren Skala der Hackordnung zu landen, verstärkte sich, je häufiger die dunklere Färbung auftrat. Die Forscher spekulieren, dass die typischen hellen Holzspäne in den Käfigen auf den Gefiedern dann mehr ins Auge fallen und daher Hackattacken auslösen. Das Erbgut der Tiere hatte im übrigen keinen Einfluss darauf, wie heftig sich ein Huhn am Drangsalieren seiner Artgenossen beteiligte.

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