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News: Gefrorenes Methangas als neue Energiequelle

Dome und andere Ablagerungen aus gefrorenem Methangas, sogenannte Gashydrate, übersäen den Meeresgrund entlang der Kontinentalränder. Wissenschaftler untersuchen jetzt deren Einfluß auf das globale Klima und überlegen, ob die Gasvorkommen als neue Energiequelle erschlossen werden können.
Das Potential der Gashydrate als neue Energiequelle hat die Aufmerksamkeit von Regierungen und Industrie geweckt. Methanhydrat hat eine Energiedichte (der Volumenanteil des Methans im Fels), die bis zu fünfmal höher sein kann als bei konventionellen Naturgasquellen. Gas aus Methanhydraten könnte bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts weltweit eine wichtige Energiequelle werden, glaubt der Meeresgeologe Harry Roberts vom Coastal Studies Institute der Louisiana State University. Er entdeckte die Gashydrate während seiner Forschungsarbeit am Kontinentalrand im Golf von Mexiko. Mittlerweile führt er erste langfristige, direkte Messungen auf dem Meeresboden durch, um festzustellen, wie sich Gashydrate unter veränderlichen Umweltbedingungen bilden und vergehen.

Im Januar 1998 präsentierte Roberts die Ergebnisse seiner bisherigen Studien auf einem Workshop mit dem Titel The Future of Gas Hydrate Research and Resource Development, den das amerikanische Department of Energy veranstaltet hat. "In Gashydraten ist eine enorme Menge Energie gebunden", sagte er. "Diese ungewöhnliche Mischung gefrorener Gase kommt in den Permafrostzonen der Pole sowie an den Kontinentalrändern in Wassertiefen unterhalb von 500 Metern vor. Es wird geschätzt, daß sie mehr Gas beinhalten, als jemals von Menschen produziert wurde oder in konventionellen Reservoiren vorliegt."

Darüber hinaus sind die Gashydrate in den Wandel des globalen Klimas involviert. Methan ist ein sehr wichtiges Treibhausgas, das in zu großen Mengen die Erwärmung der Atmosphäre verstärken würde, erklärte Roberts. Keith Kvenvolden vom Geological Survey fügte hinzu, daß nach seiner Schätzung insgesamt vielleicht 3000mal so viel Methan in den Gashydraten gebunden ist, wie sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Atmosphäre befindet. Nach Roberts Angaben gibt es bisher aber keine direkten Messungen, wieviel Methan zwischen Ozean und Atmosphäre ausgetauscht wird. Selbst die grundlegenderen Fragen, wieviel Gas aus den Domen in das Meerwasser entweicht und welche Konsequenzen es hat, wenn das Methan den Sauerstoffgehalt des Wassers beeinflußt, sind noch offen. Roberts und sein Team führen erste Messungen durch, doch bis zur endgültigen Beantwortung dieser Punkte ist noch viel Forschungsarbeit notwendig.

Gashydrate haben "eigentümliche physikalische Eigenschaften, welche die Stabilität der Sedimente beeinflussen, in denen sie vorkommen. Derzeit sind wir nicht einmal sicher, wie Hydrate sich im Sediment manifestieren – in Massen oder als winzige Partikel. Wir versuchen durch Simulationen im Labor, die derzeit beispielsweise vom U.S. Geological Survey durchgeführt werden, etwas über diese Eigenschaften zu lernen. Es gibt Fälle in der jüngeren geologischen Geschichte der Kontinentalränder, bei denen Gashydrate an umfangreichen Untersee-Erdrutschen und anderen Arten von Sedimentstürzen beteiligt waren", sagte er. Diese Instabilität könnte zu Untersee-Erdrutschen führen, die für Pipelines und milliardenteure Ölbohrplattformen gefährlich werden können. Im Golf von Mexiko sind die Gashydrat-Ablagerungen zum Beispiel häufig in die relativ steilen Flanken von Salzdomen eingeschlossen oder befinden sich an deren Rändern. Von dort aus könnten sie einen Kollaps des Meeresbodens verursachen.

Das Schöne an den Hydraten im Golf von Mexiko ist laut Roberts, daß sie mit Verwerfungen in der Erdkruste einhergehen. Wegen der zahlreichen Verwerfungen, die es an diesem geologischen Schauplatz gibt, finden sich auch zahlreiche Ansammlungen von Gashydraten nahe an der Oberfläche, die als natürliche Labors für die Forschung ideal sind. "Unsere Forschung hat zahlreiche Stellen erbracht, an denen Gashydrate, die auf dem Meeresboden liegen, abgebaut und dann durch natürliche Prozesse wieder nachgeladen werden können", sagte Roberts. "Momentan konzentriert sich ein Teil meiner Arbeit darauf, den zeitlichen Verlauf dieser Zyklen und die zugrundeliegenden Antriebskräfte zu untersuchen."

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