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Genetik: Gen für kleine Hunderassen

Irischer Wolfshund und Chihuahua
Kleine und große Hunderassen unterscheiden sich im Erbgut vermutlich nur an eine einzigen Stelle. Eine Gruppe von 21 Wissenschaftlern aus den USA und Großbritannien konnte eine genetische Veränderung ausmachen, die Hunde kleinwüchsig werden lässt.

Gibson und Zoie | Mit einer Schulterhöhe von 1,07 Metern gilt die Dogge "Gibson" als größter Hund der Welt. Daneben seine knapp 18 Zentimeter hohe Freundin, die Chihuahua-Dame "Zoie".
Mit seinen unterschiedlichen Rassen zeigt der vom Wolf (Canis lupus) abstammende Haushund (Canis [lupus] familiaris) eine der weitesten Bandbreiten in der Körpergröße innerhalb der Säugetiere. Auf der Suche nach dem entscheidenden Gen hierfür fahndeten die Forscher um Elaine Ostrander vom Staatlichen Humangenom-Forschungsinstitut in Bethesda zunächst im Erbgut der Hunderasse Cão de Agua Português (Portugiesischer Wasserhund), die für ihr weites Spektrum an Körpergröße bekannt ist.

Fündig wurden sie auf Chromosom 15: Das Gen für den Wachstumsfaktor IFG-1 (insulin-like grwoth factor 1) wurde bei den kleinwüchsigen Tieren in geringerem Maße abgelesen.

Japan-Chin | Ein Zwerg aus Fernost: der Japan-Chin. Eine einzige Mutation hat vermutlich seine wenig beeindruckende Körpergröße verursacht.
Eine Genanalyse von 3241 Hunden aus 143 Rassen – vom Chihuahua, Zwergspitz und Pekinesen bis hin zum Bernhardiner, Neufundländer und zur Dogge – bestätigte das Resultat: Das Ablesen des Gens IGF1 ist durch eine Mutation bei den kleinwüchsigen Hunderassen gehemmt. Dass das Protein IGF-1 das Wachstum von Skelettknochen bei Säugetieren fördert, ist schon länger bekannt.

Hunde werden seit mindestens 15 000 Jahren vom Menschen domestiziert. Die Forscher vermuten, dass die Mutation für kleine Hunde bereits sehr früh – vor mehr als 12 000 Jahren – entstand und dann gezielt vom Menschen herausselektioniert worden ist.

Das komplette Erbgut des Haushundes kennen Genetiker bereits seit Dezember 2005. (aj)

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