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Genetik: Gen für Übergewicht identifiziert?

In einer groß angelegten Studie sind britische Forscher einem Gen auf die Spur gekommen, das in einem engen Zusammenhang mit Übergewicht zu stehen scheint. Demnach haben Menschen, die in beiden Kopien des FTO-Gens eine bestimmte Variante aufweisen, ein um siebzig Prozent höheres Risiko, im Schnitt drei Kilogramm mehr auf die Waage zu bringen wie vergleichbare Personen, denen dieses Allel fehlt. Selbst bei nur einer Genkopie liegt die Wahrscheinlichkeit für überflüssige Fettpolster noch um dreißig Prozent höher.

Die Wissenschaftler um Andrew Hattersley von der Peninsula Medical School in Exeter stützten sich auf Daten des Wellcome Trust Case Control Consortium, in dessen Rahmen die genetischen Grundlagen für Krankheiten erfasst werden sollen. Als sie das Genom von 2000 Diabetes-Patienten und 3000 Kontrollpersonen analysierten, stellten sie den Zusammenhang zwischen dem Body Mass Index (BMI) und dem Auftreten des FTO-Allels fest. Sie überprüften die Verknüpfung an 37 000 weiteren Proben aus Großbritannien und Finnland.

Immerhin jeder sechste weiße Europäer trage das Genkopienpaar mit dem Übergewichts-Allel. Das könnte erklären, warum manche Menschen bei vergleichbarer Ernährung und sportlicher Aktivität rundlicher seien als andere. Inwiefern das FTO-Gen das Körpergewicht beeinflussen soll, wissen die Forscher allerdings noch nicht, da über die Funktion des Gens bislang nichts bekannt ist. Es wurde ursprünglich in Mäusen entdeckt, bei denen das Fehlen eines Segments von Chromosom 8 zu schweren Missbildungen führt. (af)
14.04.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 14.04.2007

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