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Stoffwechsel: Gene als Dickmacher

Adipositas ist auch eine Frage der Gene, wie amerikanische Forscher nach Untersuchungen von Muskelgewebeproben fettleibiger Versuchspersonen bestätigten. Dabei stellten sie genetische Unterschiede zu Proben normalgewichtiger Personen fest.

So fand sich in ihnen die dreifache Menge an Steroyl-CoA Desaturase 1 (SCD1) – einem Gen, das ein Enzym kodiert, welches Muskeln an der Fettverbrennung hindert. Es ist dafür bekannt, auch die Fetteinlagerung zu fördern. Auch das SCD1- Protein war in entsprechend vergrößerter Menge vorhanden, berichtet das Team um Deborah Muoio von der Duke-Universität.

Starke Fetteinlagerung in Muskelgewebe gehört zu den Charakteristika der krankhaften Fettsucht. Bei ihren Versuchen konnten die Forscher überdies beobachten, dass das Fetteinlagerungsprogramm selbst in der Petrischale noch weiterlief. Das bedeutet, dass die höhere Genaktivität bei adipösen Personen nicht allein auf eine zu große Kalorienzufuhr zurückzuführen ist, so ihre Vermutung aus dieser Beobachtung, sondern genetisch vorprogrammiert sein muss.

Offenbar können sich die Gene adipöser Personen zudem an ihre Programmierung erinnern, heißt es weiter. Dies erkläre auch, warum Diäten bei Fettsucht so geringe Erfolge zeitigten und kurzfristig erlangte Gewichtreduktion schwer beizubehalten sei. Mehr Erfolge bringe da eine Veränderung der Energiebalance durch Sport. Training erhöht die Fähigkeit der Muskeln zur Fettverbrennung, so Muoio.
13.10.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 13.10.2005

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