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Erbgutanalysen: Gene für den Langstreckenflug der Monarchfalter

Monarchfalter sind die Langstreckenflieger der Insekten. Aber konnten sie von Anfang an Kontinente überqueren - oder mussten ihre Durchschnitts-Schmetterlingsahnen das erst lernen?
Der Monarch unter den Faltern

Forscher haben das Erbgut von 101 Monarchfaltern (Danaus plexippus) untersucht, um der genetischen Grundlage für das Langstreckenflug-Knowhow des Schmetterlings und seine Flügelfarben auf die Spur zu kommen. Zu diesem Zweck verglichen die Genetiker weiße Schmetterlinge mit typisch orangefarbenen sowie Langstreckenflieger aus Nordamerika mit Tieren aus anderen Regionen, die kaum weite Strecken zurücklegen.

Monarchfalter schwärmen aus | Monarchfalter-Massenstart in Mexiko

Wie sich zeigt, sind bei den guten Fliegern wenig überraschend Genvarianten häufig, die zu einer besonders kräftig ausgebildeten Flugmuskulatur führen. Sicherlich haben die eine weite Migration fordernden Bedingungen im nordamerikanischen Lebensraum Tiere mit diesen Genvarianten bevorzugt und im Laufe der Zeit selektioniert. Tatsächlich waren die Nord-Amerikaner aber wohl auf die Stammform der heute auch in Südamerika, Hawaii und Westeuropa verbreiteten Monarchfalter, wie eine Stammbaumanalyse zeigt. Die muskelintensive Wanderung konnte in den neuen Heimatgebieten der Tiere dann wohl gelegentlich eingeschränkt werden.

Als Abfallprodukt der Genanalysen erkannten die Wissenschaftler zudem ein mit Flügelfarben assoziiertes Myosin-Gen, das bisher in diesem Zusammenhang übersehen worden war. Myosin spielt im Normalfall bei Bewegungsprozessen eine Rolle – man kennt von Nagetieren aber auch das Myosin 5a, welches auch die Fellfarbe beeinflusst.

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