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Sonnenforschung: Genesis-Proben ausgewertet

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Die Analyse der Sonnenwindproben, die die Sonde Genesis auf die Erde brachte, ergab keinen signifikanten Unterschied in der Zusammensetzung der Neon- und Argon-Isotope. Mit Hilfe dieses Ergebnisses können Forscher theoretische Modelle von der Sonne weiter einschränken.

Nach dem AbsturzLaden...
Nach dem Absturz | Die Nasa-Sonde Genesis stürzte 2004 über dem US-Bundesstaat Utah ab: Die Fallschirme hatten sich nicht geöffnet. Eigentlich war geplant, dass die Sonde während des Falls noch in der Luft mit einem Helikopter abgefangen wird. So wollte die Nasa etwaige Kontaminationen der wertvollen Fracht aus Partikeln des Sonnenwinds vermeiden.
Genesis hatte drei verschieden schnelle Typen von Sonnenwindpartikeln gesammelt, die bei unterschiedlichen physikalischen Prozessen in der Sonne erzeugt wurden. Alex Meshik und sein Team verglichen nun die Verhältnisse der Isotope Neon-20 zu Neon-22 und Argon-36 zu Argon-38. Die Komposition der Edelgase war für alle drei Probentypen gleich, was den Forschern wichtige Hinweise auf die chemische Zusammensetzung der Sonnenoberfläche liefert.

Die Isotopenverhältnisse in der äußeren Schicht der Sonne sollen denjenigen im so genannten Urnebel entsprechen, aus dem sich später Sonne und Planeten gebildet haben. Dies ist insbesondere interessant für Wissenschaftler, die theoretische Modelle des frühen Planetensystems erarbeiten. Schon frühere Messungen hatten die ähnliche Zusammensetzung der Isotope vermuten lassen, doch die neue Analyse verbesserte die Genauigkeit der Ergebnisse um den Faktor 60.

Ziel der Mission Genesis war, zu ergründen, warum die Isotopenzusammensetzung von verschiedenen Objekten im Sonnensystem teilweise sehr voneinander abweicht. Künftig sollen auch Sauerstoff- und Stickstoff-Isotope in den Proben untersucht werden.

Nach 27 Monaten im All stürzte Genesis 2004 in einem Wüstengebiet in Utah ab. Dennoch konnte ein Teil der Proben geborgen werden. Eigentlich sollten bereits nach einem Jahr die Ergebnisse publiziert werden, doch erst jetzt kam es dazu – abgesehen von einem vorläufigen Paper im vergangenen Jahr. (mp)
20.10.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 20.10.2007

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